Domweih erst 2022

Volksfest-Absagen: Auf diese Events müssen wir auch 2021 verzichten - Bremen plant Freipaak

2020 mussten alle Volksfeste abgesagt werden, von der Domweih über den Brokser Markt bis hin zum Stoppel- und Freimarkt. Dieses Jahr sollte alles anders werden. So ist der Stand der Jahrmärkte und Bremen plant wieder einen „Freipaak“.

Update vom 30. April: Die Bremer Osterwiese musste wegen Corona ausfallen. Ab dem 18. Juni soll es eine Ersatzveranstaltung auf der Bürgerweide geben. Das Konzept des Volksfests wird sich am „Freipaak“ orientieren, schreibt der Weser Kurier. „Das Beteiligungsverfahren läuft“, sagt Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Schaustellerverbandes. Abgestimmt zwischen den Vertretern der Schausteller und dem Wirtschaftsressort wird derzeit der Aufbauplan. „Wir haben unsere Stellungnahme abgegeben“, sagt Robrahn.

Die Fläche, auf der die Karussells und Buden mit Abstand zueinander aufgebaut werden dürfen, wird größer sein als beim „Freipaak“. Damals waren rund 120 Schausteller vertreten, nun sollen es 180 sein. Eines ist dem Bremer Gesundheitsressort ganz wichtig: Die Zufahrt zum Impfzentrum und ausreichend Parkplätze müssen frei bleiben. Der „Freipaak“ war als Ersatz für den Freimarkt geplant. Am Ende trafen sich alle Beteiligten vor Gericht wieder.

Meldung vom 28. April: Die Mitteilung der Stadt Verden am Mittwoch war knapp und der Inhalt traurig: Die Domweih wird erneut abgesagt. Weiter heißt es: Auch wenn es aktuell noch kein Veranstaltungsverbot für Anfang Juni gibt, ist offensichtlich, dass die Durchführung der Domweih weder möglich noch verantwortbar sein wird. Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat am 27. April daher den Beschluss gefasst, die Domweih bereits jetzt abzusagen. Dies schafft für die Stadt als Veranstalterin, alle Schausteller, Versorgungsunternehmen und Besucher Klarheit. Geplant war sie vom 4. bis 10. Juni 2021.

Bürgermeister Lutz Brockmann bedauert die Entscheidung, betont aber, dass diese im Hinblick auf den Infektionsschutz und die Gesundheit aller Einwohner alternativlos ist. Gleichzeitig hofft er, dass das älteste Volksfest Norddeutschlands im Jahr 2022 nach einer erfolgten Impfung der Bevölkerung wieder wie gewohnt stattfinden kann.

Die Beerdigungsgemeinschaft, die sonst am Domweihdonnerstag aktiv ist, kann das Volksfest zu Grabe tragen, ehe es überhaupt angefangen hat. 

Die Absage ist alternativlos, will heißen, auch in abgespeckter Form oder auf Abstand und mit Maske kann nicht gefeiert werden. „Alles, was wir anbieten würden, auch im kleinteiligen Bereich, lockt Menschen an. Genau das ist hingegen ja der Grund, warum die Feste abgesagt werden“, macht Angelika Revermann von der Touristinfo Verden deutlich.

Dass weitere Veranstalter von Volksfesten dem Verdener Vorbild folgen (müssen) bleibt zu befürchten. Wenn auch das Impftempo erhöht wird, so haben Jahrmärkte eine entsprechend lange Vorlaufzeit.

Der Brokser Heiratsmarkt in Bruchhausen-Vilsen ist jedes Jahr ein Highlight. Ob und wie er 2021 stattfindet, ist noch völlig offen.

Die Webseite Stoppelmarkt.de kündigt das Event in Vechta für den 12. bis 17. August an. Bis jetzt kein Hinweis, ob und wie der Stoppelmarkt stattfinden könnte. Im Landkreis Vechta herrscht aktuell eine Ausgangssperre. Eine Woche nach dem Stoppelmarkt steht der Brokser Heiratsmarkt im Kalender. Auch hier hat sich der Veranstalter noch nicht final geäußert. Vermutlich wird in den kommenden Wochen eine Entscheidung gefällt. Im vergangenen Jahr gab es auf dem Marktplatz Bruchhausen-Vilsen einen vierwöchigen Pop-up-Markt, den BruVi-Park.

Weit hinten im Jahreskalender ist der Bremer Freimarkt terminiert. Fast noch ein halbes Jahr ist es bis zur geplanten Eröffnung. Ab dem 15. Oktober sollen sich die Karussells drehen und der Duft von gebrannten Mandeln über die Bürgerweise wehen. Bedeckt hält sich auch die Verwaltung in Kirchdorf. „Aufgrund der derzeitigen Lage können wir leider noch nicht vorhersehen, ob der Kirchdorfer Herbstmarkt in diesem Jahr stattfinden wird“, heißt es auf der Homepage. Optimistischer sind die Organisatoren des Brockumer Großmarktes. Begrüßt werden die User der Website mit: „Wir planen den Brockumer Großmarkt entgegen aller Unsicherheiten planen wir die 462 Auflage.“

Oktoberfest auch im Jahr 2021 vor der Absage

Auch die international bekannten Volksfeste spüren immer noch die Corona-Auswirkungen. Die Absage des Münchner Oktoberfestes auch in diesem Jahr wird immer wahrscheinlicher. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat sich erneut sehr skeptisch dazu geäußert, dass die Wiesn stattfinden kann. „Die Hoffnung wird von Woche zu Woche schwächer, wenn man ehrlich ist“, sagte der Rathauschef der Bild-Zeitung. „Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass solche Feste aus infektiologischen Gründen nicht zu verantworten sind.“ In einer Mitteilung stellte Reiter am Dienstag aber noch mal klar, dass die Entscheidung darüber noch nicht getroffen sei.

Der Send in Münster findet dreimal im Jahr statt. Die Ausgabe für das Frühjahr wurde abgesagt. Die Termine im Juli und Oktober aber stehen noch. Die Allerheiligenkirmes (1. November) in Soest verteilt sich über die ganze Altstadt. Deshalb ist es auch nicht möglich, mit Tests oder Personenbeschränkungen das Fest zu organisieren. Bislang haben sich auf die 450 verfügbaren Plätze etwa 1300 Schausteller beworben. „Im Moment arbeiten wir so, dass im Falle einer Möglichkeit die Durchführung stattfinden kann“, sagt eine Sprecherin der Stadt.

Rubriklistenbild: © Jantje Ehlers

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