Einbürgerungszahl steigt deutlich

Very british: Brexit-Gegner zieht es nach Niedersachsen

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Einbürgerung von Briten

Hannover - Mehr Briten als je zuvor haben sich im vergangenen Jahr in Niedersachsen einbürgern lassen. Insgesamt haben dort 295 Menschen aus Großbritannien die deutsche Staatsangehörigkeit erworben, teilte das Landesamt für Statistik am Dienstag mit. Das sei ein Anstieg um 368 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 63.

Die vergleichsweise hohe Zahl müsse die britische Regierung mit Sorge erfüllen, meinte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil. „Niedersachsen und Großbritannien haben seit Jahrhunderten enge Beziehungen; aber natürlich ist dies nicht der Grund für die Zunahme der Einbürgerungen“, sagte der SPD-Politiker. „Verantwortlich hierfür ist die fatale Fehlentscheidung des Brexit; sie zwingt Europäer dazu, ihrer Heimat den Rücken zu kehren.“ Dabei sollten doch innerhalb der EU die Grenzen an Bedeutung verlieren.

Der Brexit beschreibt die Trennung Großbritanniens von der Europäischen Union, für die sich die britischen Wähler im Juni 2016 in einer Abstimmung entschieden haben. Auch das Landesamt für Statistik hatte ihn als wesentlichen Treiber hinter der Entwicklung vermutet. „Ein Zusammenhang mit dem Brexit ist naheliegend“, sagte eine Sprecherin. „Das Interesse an der deutschen Staatsbürgerschaft scheint sich dadurch deutlich erhöht zu haben.“ Es bleibe abzuwarten, ob es sich dabei um einen einmaligen Anstieg handele.

Auch bundesweit haben sich im vergangenen Jahr so viele Briten wie nie zuvor für einen deutschen Pass entschieden. 2865 Briten ließen sich einbürgern, wie das Statistische Bundesamt im Juni berichtete. Das waren über 2200 mehr als Vorjahr, ein Anstieg um 361 Prozent.

Insgesamt wurden 2016 in Niedersachsen genau 8519 Menschen per Urkunde Deutsche, ein Anstieg von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 7988. Den größten Anteil hatten wie in den Jahren zuvor Menschen aus der Türkei. Mit 1278 Einbürgerungen waren es hier aber rund ein Viertel weniger als 2015 (1709). Die Einbürgerung sei mehr als ein bürokratischer Akt, sagte Regierungschef Weil: „Die Einbürgerung ist ein Bekenntnis zu unserer Gesellschaftsordnung, zu Freiheit, Demokratie und Menschenwürde.“ In der Regel handle es sich bei den Neubürgern um Menschen, die schon seit vielen Jahren im Land leben und integriert sind.

dpa

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