Viele Zugführer krankgemeldet

Nordwestbahn meldet erneut Ausfälle im Raum Bremen

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Die Nordwestbahn in und um Bremen meldet für Mittwoch erneut Zugausfälle.

Osnabrück/Bremen - Die Nordwestbahn (NWB) in und um Bremen meldet für Mittwoch erneut Zugausfälle auf den Regio-S-Bahn-Linien RS 1, RS 2 und RS 4. Wie schon in den vergangenen Wochen sind viele Zugführer krankgemeldet. Neue Mitarbeiter seien zudem nur schwer zu finden, heißt es.

„In den letzten Tagen mussten leider Fahrten aller vier Regio-S-Bahn-Linien ausfallen. Diese Ausfälle gehen zurück auf einen erhöhten Krankenstand bei der Regio-S-Bahn. Die NordWestBahn bittet bei Ihren Fahrgästen ausdrücklich um Entschuldigung für diese aktuelle Lage“, schreibt das Unternehmen auf seiner Homepage. 

Welche Züge sind betroffen?

Ursache sei ein ungewöhnlich hoher Krankenstand. „Leider kann man personell bedingte Ausfälle trotzdem nie vollkommen ausschließen - auch Triebfahrzeugführer sind nur Menschen“, heißt es weiter.

Zugführer-Beruf schreckt ab

Darüber hinaus haben Bahnunternehmen generell Schwierigkeiten, Lokführernachwuchs zu finden. „Strukturell ist der Markt für Lokführer in Deutschland leergefegt“, sagte der Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), Reiner Peters.

„Einer der ganz wesentlichen Gründe: Schichtdienste schrecken ab“, erklärte Peters. Und selbst die, die sich für die Arbeit vorne auf dem Zug entschieden haben, springen mitunter ab. Da eine technische Vorausbildung Voraussetzung für die Ausbildung zum Lokführer ist, kehrt so mancher in seinen ursprünglichen Beruf in der Industrie zurück. „Auch wenn er da am Band stehen muss, hat er geregelte Arbeitszeiten“, sagte Peters. Außerdem müssen die Bahnunternehmen bei der Auswahl künftiger Lokführer wählerisch sein. „Sie können nicht jeden nehmen, sie brauchen Leute, die Verantwortung tragen“, sagte Peters.

„Bundesweit ist das Problem, dass sehr wenig Kollegen zu bekommen sind“, sagte NWB-Sprecherin Nölke. „Wir bilden selber Lokführer aus in speziellen Lehrgängen“, außerdem gebe es Werbekampagnen für den Beruf: „Es ist eine Herausforderung, Personal zu finden.“ 

kom/dpa

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