Niedersachsen erhöht Investitionen

Neue Landesbuslinien: Schnell nach Bremen, Oldenburg, Sulingen, Bassum, Diepholz und Nienburg

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Ein Bus der Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe hält an der Haltestelle Laatzen/Eichstraße.

Hannover - Haltestellen werden modernisiert, neue Busse beschafft und zusätzliche Linien eingerichtet. Niedersachsen investiert kräftig in den öffentlichen Nahverkehr. Überall sollen die Anschlüsse besser werden. Wie steht das Land im Vergleich mit anderen Bundesländern da?

Bessere Anschlüsse mit Bus und Bahn im ganzen Land - um dies zu erreichen, erhöht Niedersachsen seine Förderung für den öffentlichen Nahverkehr in diesem Jahr deutlich auf 96,6 Millionen Euro. Investiert werde das Geld in die Anschaffung von 237 neuen Bussen, das Modernisieren von 864 Bushaltestellen und den Start von sieben zusätzlichen Landesbuslinien zur besseren Erschließung von Regionen ohne Bahnanschluss, sagte Verkehrsminister Bernd Altusmann (CDU) am Mittwoch in Hannover. „Wir wollen den Menschen ermöglichen, vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen zu können.“ In allen Regionen des Landes sollte die Anbindung besser werden.

An den Start gehen voraussichtlich noch in diesem Jahr die neuen Landesbuslinien mit schnellen Bussen zwischen Göttingen und Duderstadt, Helmstedt und Wolfsburg, Worpswede und Bremen, Oldenburg und Nordenham/Bremerhaven sowie von Sulingen nach Bassum, Diepholz und Nienburg.

25 Erdgasbusse und 29 Elektrobusse

Auch einem besseren Klima kommen die Investition in neue Busse zugute: Für Oldenburg werden 25 Erdgasbusse und für Hannover 29 Elektrobusse beschafft. Dass drei Viertel der neuen Busse weiterhin mit Diesel fahren, hänge damit zusammen, dass Bestellungen neuer E-Busse schwierig seien und es vielfach keine Auflademöglichkeiten gebe. Nach und nach solle die Busflotte auf alternative Antriebe umgestellt werden.

Verwirklichen kann das Land einen besseren Nahverkehr nicht in eigener Regie, nötig sei der Willen der für den Busverkehr zuständigen Kommunen und einige hätten noch Luft nach oben, sagte Althusmann. Zwar seien sämtliche Förderanträge aus den Regionen bewilligt worden, dennoch wolle die Landesnahverkehrsgesellschaft demnächst gezielt auf Kommunen zugehen, um nach Verbesserungsmöglichkeiten zu schauen.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte Niedersachsen die Fördersumme um 16 Prozent, seit 2014 um 22 Prozent. Da das Land die Kosten der Anschaffungen und Verbesserungen nicht in Gänze trägt, geht es insgesamt um Investitionen von 197 Millionen Euro in diesem Jahr.

„Belastung der Luft mit Schadstoffen mindern“

Wie eine vom Bündnis „Allianz pro Schiene“ am Mittwoch vorgelegte Untersuchung aufweist, hat Niedersachsen Nachholbedarf, was den öffentlichen Nahverkehr angeht. Einen kurzen Weg zur nächsten Haltestelle haben demnach in Niedersachsen nur 83,1 Prozent der Einwohner, in Hessen waren dies 96,1 Prozent und im Saarland 95,7 Prozent. Schlusslicht war Mecklenburg-Vorpommern mit einem Anteil von 74,6 Prozent. Erfasst wurde, welcher Anteil der Bevölkerung in höchstens 600 Metern Luftlinie eine Bushaltestelle und in höchstens 1.200 Metern Entfernung einen Bahnhof mit jeweils mindestens 20 Fahrtmöglichkeiten am Tag hat.

„Wenn Bahnen und Busse gut erreichbar sind für die Menschen, steigert das nicht nur unmittelbar die Lebensqualität durch kürzere Fahrtzeiten zur Arbeit oder in der Freizeit“, sagte der Geschäftsführer der „Allianz pro Schiene“, Dirk Flege. „Mit einem dichten Haltestellen-Netz kann die Politik auch die Belastung der Luft mit Schadstoffen mindern und die deutsche Klimabilanz verbessern.“

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