Neue Hinweise auf Varusschlacht gefunden

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Der Anhänger eines Pferdegeschirrs wurde ausgegraben.

Bramsche - Bei Ausgrabungen am mutmaßlichen Ort der Varusschlacht nördlich von Osnabrück haben Archäologen weitere Hinweise auf die Kämpfe zwischen Römern und Germanen entdeckt.

Wie die archäologische Leiterin Susanne Wilbers-Rost am Dienstag sagte, konnte im Boden das Material eines von den Germanen als Hinterhalt errichteten Walles nachgewiesen werden. Außerdem seien Kampfspuren sowie zahlreiche Gegenstände gefunden worden. So hätten die Archäologen zwei römische Pferdegeschirranhänger, Münzen, Sandalennägel, Metallteile von Lanzen und ein Bruchstück eines gläsernen Auges freigelegt. Hinweise auf das genaue Datum der Kämpfe hätten sich jedoch bei den neuen Grabungen nicht ergeben.

Grabungsspezialisten arbeiten auf einer Grabungsstelle in Kalkriese.

Die neuen Untersuchungen in Bramsche-Kalkriese waren im Juli begonnen worden und sollen noch bis Oktober dauern. Nachweisen konnten die Archäologen den Verlauf des einstmals 400 Meter langen Walls durch Bodenverfärbungen in etwa einem Meter Tiefe. Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler war der aus Holzstangen, Flechtwerk und Brettern bestehende Wall schon während der Kampfhandlungen teilweise eingestürzt. „Die Römer haben ihn vermutlich zu überrennen oder einzureißen versucht“, sagte Wilbers-Rost.

Bei der Varusschlacht im Herbst des Jahres 9 nach Christus waren drei römische Legionen unter dem Kommando des Varus von einer Koalition germanischer Stämme unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius vernichtend geschlagen worden. Mehr als 10 000 Menschen fanden binnen weniger Tage den Tod. 1987 hatte ein britischer Offizier in Kalkriese die ersten Spuren eines Kampfes zwischen Römern und Germanen entdeckt. Daraufhin begannen systematische archäologische Ausgrabungen. Seit Ende der 80er Jahre haben die Archäologen inzwischen Funde auf einer einem Gesamtfläche von 30 Quadratkilometern gemacht.

Den Archäologen zufolge wurden die Römer in Kalkriese in einen Partisanenkampf verwickelt, als sie eine Engstelle zwischen einem Berg und einem Moor passierten. Die Engstelle war von dem vier Meter breiten und bis zu zwei Meter hohen Wall flankiert. „Es sieht so aus, dass der Wall ganz gezielt für den Angriff angelegt wurde“, sagte Wilbers-Rost. Auf den künstlichen Ursprung der Anlage deuteten in dem Wallmaterial gefundene Scherben hin: „Die Germanen haben für die Aufschüttung Boden verwendet, der von einer schon Jahrzehnte zuvor aufgegebenen eisenzeitlichen Siedlung stammt.“

dpa

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