Neue Elbfähre Brunsbüttel-Cuxhaven gestartet

Brunsbüttel/Cuxhaven - Die Elbfähre zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven fährt wieder. Nach fast 15 Jahren Unterbrechung starteten am Donnerstag zwei Schiffe der Elb-Link-Reederei mit Sitz in Cuxhaven den fahrplanmäßigen Pendelverkehr in der Elbmündung.

Nach rund 15 Jahren pendeln wieder Elbfähren zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven. Die Schiffe sollen die Verkehrslage entspannen und den Tourismus bereichern. Am Donnerstag starteten die beiden Fährschiffe „Grete“ und „Anne-Marie“ den fahrplanmäßigen Verkehr in der Elbmündung. Die ersten Fahrten seien auf reges Interesse gestoßen, sagte Betriebsleiter Bernd Bässmann von der Elb-Link-Reederei: „Die Standspuren waren gut gefüllt, viele Fußgänger, Radfahrer und Autos - auch Wohnmobile - warteten darauf, eingeschifft zu werden.“ Da die Überfahrt für die rund 25 Kilometer lange Strecke (rund 14 Seemeilen) quer über die Elbe rund 70 Minuten dauert, pendeln die Schiffe zunächst im eineinhalb Stunden-Takt.

Geplant ist ab 2016 mit dem dritten Schiff ein Stundentakt. Die 2010 und 2011 in Norwegen gebauten Fährschiffe haben Platz für 600 Passagiere sowie 160 Pkw beziehungsweise 52 Pkw und 16 Lastzüge. Die neue Elbfähre der Elb-Link-Reederei mit Sitz in Cuxhaven steht in Konkurrenz zur bestehenden Fähre Glückstadt-Wischhafen beziehungsweise dem rund 100 Kilometer entfernten Hamburger Elbtunnel im Zuge der A7.

Nach einem Gutachten vom April 2014 kann eine Fährverbindung in der Elbmündung bei hoher Auslastung wirtschaftlich betrieben werden. Dafür müssten mindestens 265.000 Pkw, 48.000 Lkw und 625.000 Passagiere im Jahr die Passage buchen. „Wir hoffen auf ein bisschen mehr, auf eine dauerhafte Auslastung von 30 Prozent“, hatte Elb-Link-Geschäftsführer Christian Schulz im Mai gesagt. Schleswig-Holstein und Niedersachsen sehen die Wiederaufnahme der Fährverbindung als großen Gewinn für den gesamten Norden. Diese Linie bilde gewissermaßen als Vorgriff auf die entstehende Elbquerung im Zuge der Autobahn 20 einen wertvollen zusätzlichen Brückenschlag, von dem beide Bundesländer gleichermaßen profitierten, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). „Die Schiffsverbindung wird zur Entlastung des Verkehrsknotenpunktes Hamburg beitragen, die bereits bestehende Fährverbindung zwischen Glückstadt und Wischhafen deutlich entlasten und den Tourismus an der Nordseeküste bereichern“, sagte sein Amtskollege in Niedersachsen, Olaf Lies (SPD).

In der Vergangenheit wurde bereits dreimal versucht, Fährverbindungen zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven einzurichten. Millionenverluste führten immer zur Einstellung des Betriebes. dpa

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