Neue Corona-Verordnung

Freibäder in Niedersachsen öffnen wieder: Das müssen Sie beachten

In Niedersachsen dürfen sich Schwimmerinnen und Schwimmer freuen. Mit der neuen Corona-Verordnung dürfen auch Freibäder wieder öffnen. Diese Regeln gelten ab sofort.

Hannover - Nach langer Wartezeit in der Coronakrise dürfen nun auch wieder Freibäder in Niedersachsen öffnen. Das geht aus der neuen Corona-Verordnung der niedersächsischen Landesregierung hervor, die am 31. Mai in Kraft getreten ist.

Voraussetzung ist im Landkreis oder der Stadt des Freibads eine stabile 7-Tage-Inzidenz auf 100.000 Einwohner unter 100. Dann ist es mit einem negativen Corona-Test, einen Genesungs- oder Impfnachweis möglich, das Freibad zu besuchen. Bei einer Inzidenz unter 50 entfällt die Testpflicht zudem.

Auch das Ricklinger Bad in Hannover wieder öffnen.

Für Hallenbäder sind die Regeln strenger. Dort ist eine Öffnung generell erst ab einer Inzidenz unter 35 erlaubt. Dabei gilt auch eine Testpflicht. Ausnahmen gibt es für Gruppenangebote wie zum Beispiel Reha-Sport und Schwimmkurse: Sie sind auch bei einer Inzidenz bis zu 100 möglich. Teilnehmerinnen und Teilnehmer brauchen jedoch zwingend einen negativen Corona-Test.

Freibäder öffnen wieder: Inzidenz in Niedersachsen steigt leicht

Unterdessen ist der Corona-Inzidenzwert in Niedersachsen zwar leicht gestiegen, bleibt aber auf niedrigem Niveau. Am Dienstag, 1. Juni lag der Sieben-Tage-Inzidenz bei 24 nach 23,3 am Vortag.

Die Stadt Emden ist die einzige, die den kritischen Wert von 100 übersteigt (112,2). Alle anderen Landkreise und Städte liegen unter der Schwelle von 50. Dadurch greifen zahlreiche Lockerungen. In der neuen Verordnung sind unter anderem Erleichterungen für die Gastronomie und für die Fitnessstudios vorgesehen.

Freibäder öffnen wider: Städte- und Gemeindebund schlägt Alarm

Trotz Lockerungen dürfte die Freibadsaison nach Einschätzung des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes ins Wasser fallen. Die vorgesehene Testpflicht und der entsprechende Personalmehrbedarf für die Kontrollen führten dazu, „dass der Freibadbetrieb wirtschaftlich in keinster Weise mehr zu vertreten ist“, sagte Marco Trips, Präsident des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes. Die Landesregierung verkenne, dass es in der Fläche immer noch keine ausreichenden Testangebote gebe, spontane Freibadbesuche seien so ausgeschlossen.

Im vergangenen Jahr hätten die Freibäder mit Hygienekonzepten unter Beweis gestellt, „dass eine Freibadsaison auch in einer pandemischen Lage möglich ist“, betonte Trips. „Freibäder waren im Sommer 2020 keine Treiber des Infektionsgeschehens.“ Die neuen Regelungen seien „praktisch nicht durchführbar“ und „absolut benutzerunfreundlich“.

Freibäder öffnen wieder: Mehr Nichtschwimmer seit Corona-Pandemie

Angesichts der Coronakrise warnen viele Lebensretter vor einer Nichtschwimmer-Generation. Die Corona-Pandemie macht nach Einschätzung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft immer mehr Menschen zu Nichtschwimmern. Das Risiko zu ertrinken steige, gleichzeitig nehme die Fähigkeit ab, sicher zu schwimmen, warnte DLRG-Präsident Achim Haag. Der Grund: In der Pandemie waren die Bäder geschlossen, die Zahl der Schwimmprüfungen bricht ein. „Hier sprechen wir mittlerweile von mindestens einem, wenn nicht sogar schon zwei verlorenen Jahrgängen in der Schwimmausbildung“, betonte er.

Die DLRG warnt vor mindestens zwei „Nichtschwimmer-Generationen“.

Das könnte sich angesichts der beginnenden Badesaison dramatisch auswirken. Denn die Menschen träumen vom Meer, von Stränden, von Urlaubsgefühlen, Sommer und Sonne - erst recht nach der langen Corona-Starre. Und jetzt: Das Risiko des Ertrinkens sei „dauerhaft erhöht“, weil in der Pandemie die Zahl der Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer „signifikant“ gestiegen sei, mahnte Haag. Laut DLRG sind vier von fünf Todesopfern männlich*.

Freibadsaison startet wieder: Weniger Rettungsschwimmprüfungen

Die Ausbilder am Beckenrand nahmen demnach im vergangenen Jahr 23.485 Schwimmprüfungen ab - im Vergleich zu 2019 brach die Zahl um 75 Prozent ein. Ähnlich bei den Schwimmabzeichen: Wurden 2019 noch 48.243 Seepferdchen vergeben, waren es im vergangenen Jahr gerade mal 14.566. „Der Zusammenhang mit der Pandemie liegt hier auf der Hand“, betonte Haag mit Blick auf die in der Krise geschlossenen Bäder. Die bewirken noch etwas: Die Zahl der Rettungsschwimmprüfungen sank um zwei Drittel auf knapp 33.000, die Ausbildung der Retter stockt.

Weil Hallen- und Freibäder geschlossen waren, konnten nur wenige Schwimmkurse stattfinden.

Doch auch wenn Freibäder nun wieder öffnen dürfen, hat die Badesaison bereits Himmelfahrt offiziell begonnen. Somit hatten bereits einige Bäder geöffnet, jedoch nur mit sehr eingeschränkten Gästekapazitäten. So hat das Ricklinger Bad in Hannover beispielsweise den Außenbetrieb seit Himmelfahrt für Personen geöffnet, die alleine Schwimmen wollten oder mit Personen des eigenen Haushaltes. Dafür konnten Schwimmerinnen und Schimmer eine 50-Meter-Bahn, ein halbes Nichtschwimmerbecken oder ein halbes Sprungbecken für eine Stunde „anmieten“. Es habe mehr Anfragen gegeben, als Gäste hereingelassen werden konnten. * Kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © dpa/Hauke-Christian Dittrich

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