Lager Sandbostel erinnert an die Opfer

Neue Ausstellung zum Nazi-Terror

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Auf dem Gelände des ehemaligen Gefangenenlagers Sandbostel ist eine Gedenkstätte für die Opfer des Nazi-Terrors entstanden. Gestern wurde eine Dauerausstellung eingeweiht.

Sandbostel - Etwa eine Million Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge waren während der Nazi-Zeit im Lager Sandbostel eingesperrt. Tausende von ihnen kamen ums Leben.

Ihr Schicksal wurde in der Umgebung lange totgeschwiegen. Seit gestern erinnert eine Dauerausstellung auf dem Gelände der Gedenkstätte im Landkreis Rotenburg an das Leid der Gefangenen und die Geschichte des Lagers, das zu den größten der Wehrmacht zählte.

Ohne Zeitzeugen sei es viel schwerer, jungen Leuten die Auswirkungen von Hass und Rassenwahn begreiflich zu machen, teilte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) mit. „Umso wichtiger ist es, dass wir authentische Orte wie das Lager Sandbostel in die Lage versetzen, vom Geschehenen zu berichten.“ Gemeinsam mit Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) eröffnete er die Ausstellung bei einem Festakt in der ehemaligen Lagerküche.

700 Gäste waren nach Angaben der Gedenkstätten-Stiftung gekommen, darunter Überlebende und Angehörige von Opfern aus Russland, der Ukraine, Frankreich, Belgien, Norwegen, Irland, den Niederlanden, den USA. Anschließend legten sie Kränze nieder, um der Befreiung des Lagers vor 68 Jahren zu gedenken.

Die neue Dauerausstellung ist in zwei alten Baracke untergebracht. Texttafeln, Bilder und Fundstücke aus dem Lager dokumentieren die Zeit von 1939 bis 1945, während der auf dem 35 Hektar großen Areal Hunderttausende Gefangene aus mehr als 55 Ländern Zwangsarbeit leisten mussten. Ein zweiter Teil beschäftigt sich mit der Nachkriegsgeschichte. Nachdem britische Truppen das Lager am 29. April 1945 befreit hatten, wurde es zum Gefangenenlager für SS-Angehörige. Später nutzte es die Landesregierung als Gefängnis. Ab 1952 kamen dort jugendliche DDR-Flüchtlinge unter.

In den 70er-Jahren wandelte die Gemeinde Sandbostel das Gelände in ein Gewerbegebiet um. Jahrelang wehrte sich der Gemeinderat gegen eine Gedenkstätte. 2004 gründeten das Land, der Kreis Rotenburg, mehrere Gemeinden und Vereine schließlich die Stiftung Lager Sandbostel, die drei Hektar des ehemaligen Lagergeländes für den Aufbau einer Gedenkstätte erwarb. Dazu gehören auch elf historische Gebäude, die inzwischen teilweise saniert sind. · dpa

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