Leuchtstreifen und Basecaps

Neue Arbeitskleidung für Niedersachsens Polizisten zeigt Innovationsfreude

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Ganz begeistert von der neuen Dienstkleidung ist auf jeden Fall Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD, Mitte).

Hannover - Überall in Deutschland investiert die Polizei in robustere Ausrüstung und Bewaffnung, um einer steigenden Bedrohung etwa durch islamistischen Terror zu trotzen.

Sicherheit der Beamten im Alltag, die Funktionalität im Streifendienst und eine Prise Coolness stehen zusätzlich bei der Polizei in Niedersachsen im Fokus, die mit Blaulichtjacken und Basecaps ausgestattet wird. Als „bundesweit einmalige Innovation“ bezeichnete Innenminister Boris Pistorius (SPD) bei der Vorstellung am Donnerstag die gelbe Übergangsjacke, die mit einer Beleuchtung ausgestattet ist. 

Per Knopfdruck lassen sich blaue Leuchtstreifen, die in die Jacke integriert sind, ein- und ausschalten. Der eingebaute Akku kann über einen Mini-USB-Anschluss geladen werden und hält bei dauerhafter Beleuchtung zehn Tage. „Mit Blick auf die dunkle Jahreszeit haben wir uns in Sachen Eigensicherung und Erkennbarkeit etwas Besonderes einfallen lassen“, sagte Pistorius. „Die aktive Beleuchtung macht die Arbeit der Polizistinnen und Polizisten im Streifendienst sicherer, wenn es dunkel ist.“ 

Seit einiger Zeit setzt Niedersachsen bei der Konzipierung neuer Uniformen und Ausrüstung auf eine intensive Beteiligung der Beamten. „Die Kreativität der eigenen Kollegen ist ein Schatz“, sagte Pistorius. Verhindert werde, dass vom Schreibtisch weg Kleidung oder Ausrüstung beschafft werde, die die Streifenbeamten später für unpraktisch oder untauglich befinden.

In der Dunkelheit sollen diese Leuchtstreifen, aufladbar per USB-Kabel, die Arbeit der Beamten erleichtern.

Das Konzept findet die Unterstützung der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Bei den regelmäßigen Workshops können diejenigen, die die Ausstattung nutzen beziehungsweise die Kleidung tragen sollen, Ideen und Vorschläge einbringen“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff. „So werden genau die Bedürfnisse, die sich aus der Praxis heraus ergeben, berücksichtigt.“ 

Zu den neuen Uniformteilen, die die Polizei zunächst in den Inspektionen Göttingen und Hildesheim einsetzt, gehört auch eine kugelsichere Überziehweste. Sie soll die Unterziehwesten ersetzen, die Polizisten bislang unter ihren Hemden und Blusen tragen. Der Vorteil ist, dass die Überziehwesten bei Pausen und im Innendienst ausgezogen werden können und Platz bieten für Gegenstände wie Funkgeräte, Smartphones, Handschellen, Handschuhe und Taschenlampen. Gerade bei heißem Sommerwetter wie derzeit sei es eine Erleichterung für Beamte, die Weste zwischendurch auch einmal ablegen zu können, erklärte der Minister. 

Und manchmal sind es auch Details, die die Polizei vor schweren Verletztungen schützen können. Deshalb erhalten die Beamten in Niedersachsen künftig knopflose Polo-Shirts, die sie unter ihren Westen tragen. Gezeigt hatte sich nämlich, dass die Knöpfe der Diensthemden im Ernstfall zu schweren Verletzungen führen können, wenn sie unter einer Schutzweste durch den Aufprall eines Geschosses in den Körper eindringen. 

Diese neuen Schusswesten sollen im Umgang leichter sein als die bisherigen.

Gewöhnungsbedürftig für manchen Bürger wird vielleicht das wetterfeste Basecap, das die Polizei als Alternative zur Schirmmütze erhält. Damit kommen die Beamten sportlicher rüber, zu bunt sollten sie es nach dem Willen des Ministers aber nicht treiben: „Man kann es auch, wie es junge Leute tun, verkehrt herum tragen, weil auch hinten Polizei drauf steht, das wird aber natürlich nicht passieren.“ - dpa

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