Teure Ruine?

Bundesamt-Neubau seit Jahren ungenutzt

Braunschweig - Bezugsfertig steht der Neubau des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit da - doch die neuen Bewohner haben sich nie blicken lassen.

200 Mitarbeiter der Behörde hätten ursprünglich schon 2012 in das Gebäude in Braunschweig einziehen sollen, doch sie kamen nicht. Der Grund: Die technischen Anforderungen haben sich im Laufe der Bauzeit verändert, nun müssen sie angepasst werden.

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) verlangt Aufklärung vom Bundesbauministerium. "Wir wollen wissen, ob es Baumängel oder Planungsfehler gibt und ob das Gebäude überhaupt benötigt wird, schließlich scheint die Behörde ja auch so arbeitsfähig zu sein", sagte Gerhard Lippert vom BdSt Niedersachsen und Bremen. In Braunschweig sind die Mitarbeiter des Bundesamts bislang auf zwei Standorte verteilt. Ein weiterer Dienstsitz befindet sich in Berlin. Im neuen Gebäude sollten Pflanzenschutzmittel erprobt werden.

Detailarbeiten am Neubau seien unter anderem bei der Kältetechnik und der Stromversorgung notwendig, erklärte ein Sprecher der Oberfinanzdirektion. Die "Braunschweiger Zeitung" hatte berichtet, dass für die Nacharbeiten 1,3 Millionen Euro nötig sind. Insgesamt belaufen sich die Kosten für den Bau auf 18,8 Millionen Euro.

Das Bundesbauministerium kündigte an, den Bau im zweiten Quartal 2017 an das Bundesamt übergeben zu wollen. "Schäden am Gebäude durch Leerstand sind nicht entstanden, da es noch keinen Leerstand gegeben hat: Es handelt sich immer noch um eine Baustelle, auf der noch Restarbeiten zu erledigen sind", teilte das Ministerium mit. Lippert hofft auf konkrete Antworten bis zum Monatsende: "Erst gab es einen öffentlichkeitswirksamen Spatenstich und dann war plötzlich nichts mehr zu hören", sagt er. "Zu vieles ist dort lange im Verborgenen geblieben."

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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