Mit neuer Elbbrücke soll zugleich Schutzdeich entstehen

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Trotz Niedrigwasser auf der Elbe fährt die Elbfähre "Tanja" zwischen Darchau und Neu Darchau im Amt Neuhaus. 

Lüneburg/Amt Neuhaus - Seit langem wird um den Bau einer neuen Elbbrücke zwischen Neu Darchau und Amt Neuhaus gerungen. Geprüft wird nun, mit dem Brückenschlag zugleich einen Schutzdeich vor den Elbfluten anzulegen.

Ein Jahr nach dem positiven Bürgervotum zum Bau einer neuen Elbbrücke zwischen Amt Neuhaus und Neu-Darchau befinden die Planungen sich noch im Anfangsstadium. Nach dem Elbhochwasser vom Sommer werde geprüft, ob sich der Wunsch nach einem Deich bei Neu Darchau mit dem Bau einer zur Brücke geplanten Umgehungsstraße kombinieren lasse, sagte Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböker. Ergebnisse einer ersten Prüfung dazu erhalte die Samtgemeinde Elbtalaue in den nächsten Tagen, teilte der Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit. Auf rund 400 Metern Länge könnte der Damm der neuen Straße zugleich die Funktion eines Deiches übernehmen.

"Der Stand der Brückenplanungen befindet sich selbst noch im Anfangsstadium ohne konkrete verbindliche Trassenführung", sagte Heinrich König vom NLWKN in Lüneburg. Dies ermögliche es, den Wunsch nach einem Schutzdeich für Neu Darchau und Katemin kostensparend in die Planung aufzunehmen und den Eingriff in die Natur gering zu halten. Der Kreis Lüneburg rechnet damit, dass der Deich schneller gebaut sein wird als die Brücke. Für deren Errichtung hatten sich vor einem Jahr fast drei Viertel der Einwohner beider Orte ausgesprochen, teils unter dem Vorbehalt, dass der Kostenanteil des Landkreises 10 Millionen Euro nicht überschreitet. Insgesamt sind für das 500 Meter lange Brückenbauwerk 45 Millionen Euro Baukosten veranschlagt.

Der Kreis Lüneburg hatte die symbolträchtige Brücke versprochen, als das Amt Neuhaus 1993 von Mecklenburg-Vorpommern wieder nach Niedersachsen eingegliedert wurde. Die Ortschaften am östlichen Elbufer hatten bereits von 1689 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zum Landkreis Lüneburg gehört. Die Brücke wird schmerzlich vermisst, weil die Menschen bislang mit der Fähre übersetzen müssen oder die entfernten Brücken in Lauenburg oder Dömitz nutzen. Bei Hoch- und Niedrigwasser sowie Eisgang stellen die beiden Fähren zudem ihren Betrieb ein.

dpa

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