Neonazi-Konzert lief an der Polizei vorbei

Delmenhorst - Eine Ermittlungspanne, eine bewusste Täuschung oder das Versagen der lokalen Polizeibehörde? Die Linke zeigt sich nach einer Antwort des Innenministeriums auf eine Parteianfrage empört über das Verhalten der Polizei bei einem Konzert der Neonazi-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ am 21. Januar in Delmenhorst.

Das Konzert der Hooligan-Band war in die Schlagzeilen geraten, weil es kurzfristig von Rheinland-Pfalz in die Stadt verlegt worden war und nach dem Ende der Veranstaltung ein 21-Jähriger vor der Gaststätte möglicherweise von Besuchern brutal verprügelt wurde. Noch vier Tage nach dem Konzert hatte die Polizei Delmenhorst in einer Pressemitteilung erklärt: „Weder durch die im Stadtgebiet gesammelten Erkenntnisse noch durch Zeugenhinweise konnte die Polizei einen Auftritt der Gruppe ‚Kategorie C – Hungrige Wölfe‘ feststellen.“ Das Innenministerium widerspricht dem und berichtet von frühzeitiger Information der lokalen Behörde. Pia Zimmermann, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion: „Die Polizei hat offensichtlich in dieser Nacht komplett versagt.“ Zimmermann weiter: „Es ist unverständlich, dass die Sicherheitsbehörden dieses Nazikonzert nicht verhindert haben.“ Eine Einschätzung übrigens, die mittlerweile auch die Polizei teilt. Man hätte anders arbeiten müssen, sagt Delmenhorsts Polizeidirektor Jörn Stilke. Die Polizei habe die Möglichkeit verpasst, das Konzert zu verbieten. Aktuell werde noch ermittelt, hieß es gestern aus Delmenhorst. Festnahmen gibt es bislang nicht. mk

Rubriklistenbild: © dpa

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