DLRG warnt vor Tücken beim Schwimmen

Bad Nenndorf - Selbstüberschätzung oder schwankende Wassertemperaturen stellen lebensbedrohliche Gefahren beim Baden dar. Auch die Schwimmfähigkeit der Grundschüler nimmt ab, weil kommunale Bäder schließen. Dabei ist das Interesse am Hobby Schwimmen eigentlich ungebrochen.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) geht gut gewappnet in die anstehende Badesaison. Insgesamt 45 000 bis 46 000 Rettungsschwimmer stehen bundesweit bereit. Trotzdem warnt die DLRG auch vor möglichen Tücken und lebensbedrohlichen Gefahren. Schwankungen bei der Wassertemperatur, plötzliche Tiefen, Strömungen und Strudel, Selbstüberschätzung oder Nichtwissen von gesundheitlichen Schädigungen - zum Beispiel Herz-Kreislauf-Probleme - könnten Schwimmern zum Verhängnis werden.

Zumal die Schwimmfähigkeit der Deutschen ohnehin insgesamt nachlasse, wie DLRG-Pressesprecher Achim Wiese sagte: „Jeder Zweite verlässt die Grundschule ohne schwimmen zu können.“ Die Ursachen seien vielfältig. Kommunale Bäder schließen. 25 Prozent der Grundschulen in Deutschland haben keinen Zugang mehr zum Schwimmbad, weil der organisatorische Aufwand, zum Beispiel die Anreise mit dem Bus, zu hoch ist.

Dennoch müsse dem drohenden Bädersterben entgegengewirkt werden, fordert Wiese, auch mit politischer Lobbyarbeit. „Wir wollen den Entscheidern klarmachen, dass Schwimmbäder keine reinen Freizeitstätten sind, sondern auch Lehr- und Kulturstätten.“ Das erfordere Sanierungen, gerade in Form von Energieeinsparungen. „Allerdings nicht dadurch, dass man die Wassertemperatur um ein Grad senkt, so wie es in Nordrhein-Westfalen teilweise der Fall war“, sagte Wiese.

Bis Jahresende erfasst und analysiert die DLRG bundesweit sanierungsbedürftige Bäder. Und laut der zuletzt durchgeführten Forsa-Umfrage der DLRG im Jahr 2010 sprechen sich laut Wiese 87 Prozent der Befragten für das Schwimmbad um die Ecke aus.

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