Naturschützer üben Kritik

Wolfsabschüsse: Umweltminister fordern klare Vorgaben vom Bund

Kurz vor Beginn der Umweltministerkonferenz in Hamburg hat die Debatte um den Umgang mit Wölfen noch einmal an Fahrt gewonnen. Während die Ressortchefs von Niedersachsen und Schleswig-Holstein vom Kanzleramt klare Vorgaben bei dem Thema anmahnten, bekräftigten Umweltverbände ihre Forderung nach einem verbesserten Herdenschutz.

Osnabrück/Hamburg - „Es ist in Berlin lange genug darüber gestritten worden, wie mit dem Wolf umzugehen ist“, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Der Bund müsse die Anzahl von Wölfen definieren, ab der die Raubtiere nicht mehr im Bestand gefährdet seien.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Minister Jan Philipp Albrecht (Grüne) sagte: „Es müssen endlich klare Rahmenbedingungen für den Artenschutz des Wolfs einerseits und den Schutz von Nutztieren vor seinen Übergriffen andererseits geschaffen werden.“ Er hoffe, dass die Bundesregierung auf der anstehenden Umweltminister-Konferenz Zahlen zum aktuellen Wolfsbestand in Deutschland vorlegen könne.

In Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist derzeit je ein Wolf zum Abschuss freigegeben. Die Tiere sollen mehrfach Schutzmaßnahmen überwunden und Schafsherden attackiert haben. Lies verlangte, die rechtlichen Hürden für den Abschuss von Problemwölfen zu senken: „Im Zweifelsfall muss es auch möglich sein, mehrere Tiere aus einem dieser Rudel zu entnehmen, wenn sich die problematischen Tiere nicht einwandfrei identifizieren lassen.“

Kritik an wahllosem Abschießen

Aus Sicht der Umweltverbände NABU, WWF (World Wildlife Fund) und IFAW (International Fund for Animal Welfare) trägt der Vorschlag, Wölfe auch ohne individuelle Zuordnung abschießen zu lassen, „nicht zu einer Versachlichung der Diskussion bei“. Moritz Klose vom WWF sagte am Mittwoch, die Tötung von Wölfen dürfe nur im Einzelfall, nach Prüfung aller zur Verfügung stehenden Alternativen erfolgen.

Gleichzeitig kritisierten die Verbände die erneut verlängerte Abschussgenehmigung für den Wolfsrüden aus dem im Kreis Nienburg ansässigen Rudel. „Minister Lies wäre besser beraten, endlich flächendeckenden Herdenschutz in seinem Land umzusetzen, statt Gelder für die langwierige Suche nach einzelnen Wölfen zu verschwenden“, sagte Andreas Dinkelmeyer vom IFAW. Der Wolf mit der Bezeichnung „GW717m“ wird für mehrere Rinderrisse verantwortlich gemacht.

epd

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa

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