Schwerwiegende Störung während Vogelzug 

Naturschützer fordern Ende der Vogeljagd im Wattenmeer

Hannover - Ein sofortiges Ende der Vogeljagd im Wattenmeer haben neun Naturschutzorganisationen in Niedersachsen gefordert.

In den Ruhezonen des Nationalparks Wattenmeer müsse wirklich Ruhe einkehren, verlangten die Naturschützer am Mittwoch in einer gemeinsamen Presseerklärung. In dem Gebiet würden immer noch Zugvögel bejagt, obwohl sich Niedersachsen zu deren Schutz verpflichtet habe.

Das länderübergreifende Wattenmeer ist von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt worden, es gilt als eine der weltweit wichtigsten Drehscheiben des Vogelzugs. Mehr als zehn Millionen Wat- und Wasservögel ziehen jährlich hindurch. Eine Jagd sei gerade in der Phase des Vogelzugs eine schwerwiegende Störung, sagte Niedersachsens Nabu-Vorsitzender Holger Buschmann.

Nicht einmal die Inseln seien befriedete Gebiete, monierten die Verbände. Selbst in streng geschützten Arealen sei die Jagd zeitweise erlaubt und werde touristisch genutzt. Dabei würden Freizeitjäger Hunderte Zugvögel erschießen oder von abgerichteten Jagdfalken erlegen lassen. "Besonders kritisch sehen wir den Abschuss der Waldschnepfe, deren "Malerfedern" und "Schnepfenbart" als jagdliche Trophäe geschätzt werden", kritisierte Bund-Landesgeschäftsführer Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler.

Jagdpachten sollten daher nicht verlängert werden, forderten die Naturschutzverbände. Die Jäger könnten sich aber stärker als Partner des Nationalparks einbringen und zum Schutz bedrohter Arten und Lebensräume mit der Nationalparkverwaltung abstimmen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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