Nach Abschuss im Ammerland

Naturschützer fordern Null Toleranz für Wolfs-Wilderer

Vreschen-Bokel/Hannover - Nach dem illegalen Abschuss eines Wolfes im Ammerland hat der Naturschutzbund Nabu ein entschlossenes Vorgehen gegen Wolfs-Wilderei von Politik und Behörden gefordert. Auch der Landesjagdverband müsse sich dagegen klar positionieren, verlangte Niedersachsens Nabu-Vorsitzender Holger Buschmann am Mittwoch.

„Offenbar gibt es Menschen, die gezielt Jagd auf Wölfe machen“, teilte Buschmann mit. Die Politik müsse Null Toleranz zeigen und dürfe illegale Tötungen mit der Forderung nach Abschussquote nicht salonfähig machen.

Der Nabu kritisierte gezielte Stimmungsmache in der Politik, mit der Ängste in der Bevölkerung geschürt würden. Dabei habe es seit der Rückkehr der Tiere nach Deutschland im Jahr 2000 keine Situation gegeben, in der sich ein Wolf Menschen gegenüber aggressiv verhalten habe. Wichtig sei daher sachliche Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung, bei Jägern und Tierhaltern.

Der am Samstag bei Vreschen-Bokel gefundene tote Wolfsrüde ist nach Nabu-Angaben der bundesweit 26. bekannte Fall. Bislang habe es nur drei Verurteilungen gegeben, nachdem sich die Täter selbst gestellt hätten. Eine illegale Wolfstötung kann mit einer hohen Geldstrafe, dem Entzug der Waffenbesitzerlaubnis und sogar Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren bestraft werden.

Verfahren eingeleitet

Der blutüberströmte tote Wolfsrüde schien zunächst Opfer eines Verkehrsunfalls zu sein. Das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung hatte später die wahre Todesursache ermittelt. Nach Polizeiangaben ist ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz eingeleitet. Weitere Erkenntnisse hat die Polizei bisher nicht.

Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hat unterdessen die Fortschreibung des Niedersächsischen Wolfskonzepts vorgestellt. Zu den Zielen gehören ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und Wolf, die Unterstützung von Landwirten und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. "Bei allen Maßnahmen des Niedersächsischen Wolfsmanagements steht die Sicherheit der Menschen an oberster Stelle", sagte Wenzel in Hannover. Das Umweltministerium könne im Einzelfall auch einen Wolf töten lassen, wenn von dem Tier eine konkrete Gefahr ausgehe.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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