Dank guter Bedingungen

Fledermäuse überwintern gern im Harz - Bestand leicht zurückgegangen

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Fledermäuse überwintern gern im Harz - der Bestand ist nur leicht zurückgegangen.

Wernigerode - Viele Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht. Zum Überwintern kommen die Tiere teils von weit her in den Harz. Das hat gute Gründe.

Fledermäuse finden im Nationalpark Harz gute Bedingungen zum Überwintern. Auch wenn die Zahlen von Jahr zu Jahr schwankten - die Schutzmaßnahmen seien sehr erfolgreich, sagte Fledermausexperte Siegfried Wielert der Deutschen Presse-Agentur. 

Wielert kümmert sich ehrenamtlich um die Quartiere im Harz. In diesem Jahr wurden bei der Kontrolle der Winterquartiere nach Angaben von Parksprecher Friedhart Knolle 187 Fledermäuse gezählt. Im vergangenen Jahr waren es noch 236. Ein Trend lasse sich daraus aber nicht ablesen. Es sei ganz normal, dass die Bestände von Jahr zu Jahr schwankten, sagte Wielert.

Acht Arten wurden gezählt

Über die Gründe dafür sei wenig bekannt. „Die genauen Ursachen sind noch nicht erforscht.“ Möglich sei, dass Wetter und Witterung eine Rolle spielten. Am häufigsten wurden im Nationalpark die Arten Mausohren, Wasserfledermäuse und Brandtfledermäuse gesichtet. Insgesamt kamen acht Arten in 32 Quartieren vor. 

Die Tiere überwintern in natürlichen Fels- und Baumhöhlen, aber auch in ehemaligen Bergwerksstollen. Zudem gebe es außerhalb des Nationalparks in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen zahlreiche geeignete Quartiere für die Tiere. Eine detaillierte Erfassung sei dort für die Ehrenamtlichen aber nicht möglich, sagte Wielert. 

Für den Nationalpark kümmert sich Wielert um die Einrichtung und Pflege der Winterquartiere. „Wir versuchen jedes Jahr, ein paar neue einzurichten“. Ob Naturhöhle oder Bergwerksstollen sei den Tieren egal. Nur Ruhe müsse herrschen. Außer zur Kontrolle durch den Experten dürften die Quartiere im Winter deshalb nicht betreten werden. 

Viele Arten vom Aussterben bedroht

Viele Fledermausarten gelten als vom Aussterben bedroht. Bei der Kontrolle geht Wielert besonders vorsichtig vor. „Wir versuchen, die Tiere nur ganz kurz mit der Taschenlampe anzuleuchten, damit sie in ihrem Schlaf nicht gestört werden.“ Theoretisch wäre die Kontrolle der Bestände auch mittels Lichtschranken möglich, die am Zugang der Höhle installiert werden. Da das jedoch technisch sehr aufwendig sei, bleibe man bei der Sichtkontrolle. 

Auch aus größerer Entfernung kämen im Winter Fledermäuse in den Harz, sagte Wielert. „Wir wissen aus der Beringung, dass der Harz ein wichtiges Winterquartier ist.“ Teils legten die Tiere mehrere Hundert Kilometer zurück. Manche kämen zum Beispiel aus Mecklenburg-Vorpommern. „Weil es dort weniger geeignete Quartiere gibt, müssen die Fledermäuse wandern“, erklärte der Experte.

dpa

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