Flüchtlinge müssen Nahverkehr nicht immer bezahlen

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Flüchtlinge kriegen im Nahverkehr oft Vergünstigungen. Foto: Susann Prautsch/Archiv

Bus oder Bahn sind in Städten oft das Transportmittel der Wahl. Auch für Flüchtlinge. Brauchen sie dafür einen Fahrschein? Das wird in Niedersachsen recht unterschiedlich gehandhabt.

Flüchtlinge bekommen in vielen großen niedersächsischen Städten Vergünstigungen beim Bus- und Tramfahren. Bewohner der drei Erstaufnahmeeinrichtungen in BRAMSCHE, FRIEDLAND und BRAUNSCHWEIG fahren sogar gratis in der jeweiligen Kommune, wie Stefan Pankratowitz, Sprecher der Landesaufnahmebehörde, sagte. Die Verkehrsbetriebe bekämen dafür einen finanziellen Ausgleich vom Land.

Fürs Busfahren reicht in diesen Fällen ein Hausausweis. "Den erkennen wir als Fahrschein an auf allen Linien im Stadtgebiet", sagte der Sprecher der Braunschweiger Verkehrs-GmbH, Christopher Graffam. Die beiden Buslinien, die zum Gelände der LAB in Braunschweig fahren, seien zu 100 Prozent ausgelastet. Manchmal müssten Menschen auch auf den nächsten Bus warten.

In HANNOVER brauchen Flüchtlinge aus sogenannten Notunterkünften ganz normale Tickets, sagte ein Sprecherin der Region Hannover. Man arbeite mit dem Land aber an einer Lösung nach Braunschweiger Vorbild. Der Region bereits zugewiesene Asylbewerber können sich ein sogenanntes Sozialticket kaufen, das etwa die Hälfte des regulären Preises kostet. Behördliche Fahrten würden ganz erstattet. Ein Sprecher des Hannoveraner Nahverkehrverbundes GVH sagte, dass es keine Häufung schwarzfahrender Flüchtlinge gebe.

Kai Weber vom Flüchtlingsrat Niedersachsen betonte, dass auch Flüchtlingen auf dem Land Fahrten zu Qualifizierungsmaßnahmen wie Sprachkursen ermöglicht werden müsse.

In LÜNEBURG werden keine speziellen Tickets angeboten. "Die Flüchtlinge erhalten Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz", sagte Stadtsprecher Daniel Gritz. Darin seien Gelder für den Nahverkehr enthalten. "So ist es auch bei uns in GÖTTINGEN geregelt", ergänzte Stadtsprecher Detlef Johannson.

In BREMEN wiederum bekommen Flüchtlinge Fahrkarten. In den Übergangseinrichtungen gibt es nach Angaben aus dem Sozialressort übertragbare Monatskarten, teilte Sprecher Bernd Schneider am Donnerstag mit. Es gebe etwa eine Karte für je 10 bis 15 Menschen. Die Tickets werden in erster Linie für Behördengänge und Arztbesuche genutzt. In den Notunterkünften wie Zelten und Turnhallen bekommen die Flüchtlinge für Behördengänge und Arztbesuche Einzelfahrscheine.

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