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Rote Corona-Warn-App - das sind die nächsten Schritte

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Von: Andree Wächter

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Eine rote Warnkachel sehen momentan viele User auf ihrem Smartphone. Die Corona-Warn-App meldet ein erhöhtes Risiko. Neu: Erst Selbsttest statt PCR.

Warn-Apps haben seit Corona Hochkonjunktur. Seit der Omikron-Variante ploppt die rote Warnkachel immer häufiger auf. Die gute Nachricht: Eine rote Warnung heißt nicht automatisch, dass man sich infiziert hat. Es bedeutet, dass man einer Person begegnet ist, die sich in den vergangenen 14 Tagen via App als „positiv getestet“ gemeldet hat. Die Corona-Warn-App unterscheidet dabei nicht zwischen Geimpften, Ungeimpften und Genesenen. Die rote Warnung verschwindet automatisch nach 14 Tagen.

Rote Corona-Warn-App - was muss ich tun?

Corona-Warn-AppKurz CWA
Start16. Juni 2020
HerausgeberRKI
AppstoreApple und Google

Zum Hintergrund: Die Corona-Warn-App wurde vom Robert Koch-Institut (RKI) herausgegeben, um Infektionsketten frühzeitig zu erkennen, zu unterbrechen und dadurch eine weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wer die App auf seinem Smartphone installiert und die sogenannte „Risiko-Ermittlung“ aktiviert hat, kann dadurch sich selbst und auch seine Mitmenschen schützen.

Die Corona-Warn-App wird nur rot, wenn man circa neun Minuten und weniger als zwei Meter entfernt von einer infizierten Person stand. Gemessen werden Abstand und Dauer per Bluetooth. Die Handys schicken sich dabei verschlüsselte Daten zu. Ein grün hinterlegten Meldungen bedeutet: geringes Risiko. Dann bestand nur kurzer oder entfernter Kontakt.

Corona-Warn-App wird rot: Nach Hause gehen und Kontakte meiden

Wenn bei der Corona-Warn-App die rote Warnkachel aufploppt, dann sind vermutlich die ersten Gedanken: Bin ich infiziert und was muss ich nun machen? Muss ich sogar in Quarantäne? Die Bundesregierung schreibt dazu auf ihrer Homepage: „Um Infektionsketten effektiv zu unterbrechen, sollten Nutzer der Corona-Warn-App, die eine rote Warnmeldung bekommen, sich nach Hause begeben und Kontakte meiden.“ Dies gilt auch für geimpfte und geboosterte Personen.

In einem zweiten Schritt sollte man über einige Tage Selbsttests machen und Personen informieren, mit denen man in den vergangenen Tagen in Kontakt war. Diese Personen sollten dann auch einen Selbsttest machen. Ein weiterer Tipp – der immer gelten sollte – an die Hygiene-Regeln halten.

Habe ich Symptome? Im Schnitt treten diese vier bis sechs Tage nach einer Ansteckung auf. Dabei kann man sich am Datum der Risikobegegnung orientieren, also am Aufploppen der Corona-Warn-App. Symptome können auch bei geimpften, genesenen und geboosterten Personen auftreten. Bei Symptomen oder Unklarheiten hilft der Hausarzt weiter oder die Rufnummer 116117 (Kassenärztlicher Notdienst).

Die Corona-Warn-App signalisiert dem User: Achtung, du hattest Kontakt zu einer positiv getesteten Person. (Symbolbild)
Die Corona-Warn-App signalisiert dem User: Achtung, du hattest Kontakt zu einer positiv getesteten Person. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Kira Hofmann

Bisher hatten Männer und Frauen mit einer roten Warnmeldung Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test. Dieser Anspruch wurde modifiziert. Erst nach einem positiven Schnelltest solle es den PCR-Test geben. So soll eine Überlastung der Testlabore vermieden werden. Gesundheitsminister Karl Lauterbach sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Auf dem Höhepunkt der Pandemie setzen wir PCR-Tests gezielter ein.“ Sie sollen laut Ministerium im Kern auf Fälle konzentriert werden, bei denen mit positiven Ergebnissen zu rechnen ist.

Eines dieser Testlabore ist das Nordlab in Hameln. Es kommt in der Corona-Pandemie langsam an seine Grenzen. Pro Tag werden rund 3500 PCR-Tests ausgewertet, 24 Stunden läuft der Betrieb. „Diese Woche schießt den Vogel ab, das liegt an diesen hohen Infektionszahlen“, sagte Hans Christian Waldow, als Laborarzt Mitglied der Geschäftsführung. Die Positivquote sei deutlich über 50 Prozent. „So wie jetzt war es noch nicht“, betonte Waldow. Insgesamt lag die Positivquote im Januar bei 12 Prozent, im Dezember bei 20 und derzeit bei 55 Prozent, hieß es aus dem Labor.

PCR-Test: Doppelt so viele Testungen wie vergangenes Jahr

Im Vergleich zum vergangenen Jahr werde doppelt so viel getestet. „Noch schaffen wir es, in 24 Stunden alles abzuarbeiten, aber wir kommen personell an unsere Grenzen“, erklärte der Arzt. 180 Mitarbeiter seien in Hameln beschäftigt, etwa zehn derzeit in Corona-Quarantäne. „Es ist beeindruckend, wie das Gesamtgeschehen sich unter Omikron entwickelt hat, wie schnell die Durchseuchung der Bevölkerung voranschreitet“, sagte Waldow. „Es trifft Geimpfte und Ungeimpfte gleichermaßen, nur die Schwere der Verläufe unterscheidet sich.“

Wie bei Nordlab sind auch bei allen Laboren die Kapazitäten der Flaschenhals. In Niedersachsen übernehmen das Landesgesundheitsamt und die „Akkreditierten Labore in der Medizin“ (ALM) die Testungen. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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