Nach Antisemitismus-Vorwurf

Gutachter prüft Palästina-Seminar der Hochschule Hildesheim

Hildesheim - Nach dem Antisemitismus-Vorwurf gegen ein Palästina-Seminar an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim (HAWK) soll ein externer Gutachter den Kursinhalt untersuchen.

Wie Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) am Montag erklärte, nehme sie die Kritik des jüdischen Simon Wiesenthal Centers an dem Seminar "Zur sozialen Lage der Jugendlichen in Palästina" sehr ernst.

Ungeachtet der Wissenschaftsfreiheit habe Antisemitismus an niedersächsischen Hochschulen keinen Platz. Deshalb werde im Einvernehmen mit der Hochschule ein Gutachter das Seminar untersuchen. Wie ein Ministeriumssprecher sagte, solle die Expertise mit Blick auf den Semesterstart im September zeitnah erstellt werden.

Die als Lehrbeauftragte von der Hochschule angefragte Religionspädagogin Rebecca Seidler hatte sich empört, das Palästina-Seminar propagiere antiisraelische und antisemitische Inhalte. Das Kursmaterial stelle die politischen Aktivitäten Israels einseitig und plakativ dar und basiere teils auf unwissenschaftlichen Quellen wie etwa verschwörungstheoretischen Blogs. Ihre Kritik wurde unterstützt durch die anti-rassistische Amadeu Antonio Stiftung. Auch der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, bat Heinen-Kljajic, das Seminar nicht mehr anzubieten.

Die Hochschulpräsidentin hatte die Kritik an dem Seminar zunächst zurückgewiesen und auf eine Prüfung des Seminars durch die Ethikkommission der Hochschule vom Mai verwiesen. Demnach würden in der Lehrveranstaltung keine antiisraelischen oder antisemitischen Inhalte in unzulässiger Weise propagiert. Die Ministerin hatte die Hochschule aber aufgefordert, sich intensiv mit der Kritik und den Beschwerden auseinanderzusetzen.

dpa

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