Nach Folter-Vorwürfen: Polizist wegen Porno-Foto vor Gericht

Stadthagen - Ein Bundespolizist aus Hannover soll Flüchtlinge geschlagen und gedemütigt haben, nun muss sich der Beamte in einem anderen Fall vor Gericht verantworten. Der Polizist steht wegen eines pornografischen Fotos ab dem 6. Oktober vor dem Amtsgericht Stadthagen, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag.

Gegen den Mann gibt es bei der Staatsanwaltschaft Hannover zudem den Anfangsverdacht des Besitzes von Kinderpornografie.  Nach einem Bericht des NDR soll er im September 2014 einer Minderjährigen eine Art pornografisches Selbstporträt geschickt haben. Die 14-Jährige soll er in einem Zug kennengelernt haben. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Fall, der nun verhandelt wird, einen Strafbefehl beantragt. Dagegen hatte der Anwalt des Bundespolizisten Widerspruch eingelegt. Nun muss das Gericht verhandeln.

Für bundesweites Aufsehen hatten die Foltervorwürfe gegen den Mann gesorgt. Der Polizist steht unter Verdacht, in mindestens zwei Fällen Flüchtlinge auf der Wache gedemütigt und geschlagen und dies mit seinem Handy dokumentiert zu haben. Danach soll er mit seinen Taten geprahlt haben. Die Ermittlungen laufen nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Hannover noch.

Zudem wurde im Mai das Haus des Beamten durchsucht. Dabei wurden mehrere Datenträger mit möglichem kinderpornografischen Material sichergestellt. Aus diesem Grund besteht ein Anfangsverdacht gegen den Bundespolizisten. „Die Auswertung des Materials dauert noch an“, sagte ein Sprecher Staatsanwaltschaft.

dpa

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