In der Asse kann wieder gebohrt werden

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Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner (l, FDP) und Wolfram König, Präsident vom Bundesamt für Strahlenschutz, besichtigen das marode Atommülllager Asse bei Remlingen und stehen vor einem großen Bohrer

Remlingen - Von Marco Hadem - Exakt eine Woche nach Beginn der Bohr-Zwangspause im maroden Atommüllager Asse bei Wolfenbüttel konnten am Montag die Arbeiten wieder aufgenommen werden.

„Die Krone des Bohrer ist aber noch immer leicht verschmiert“, sagte der Geschäftsführer der Asse GmbH, Jens Köhler, der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Zuvor hatten die Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) die Hohlräume in der etwa zehn Zentimeter dicken Bitumenschicht, eine Art weicher Teer, mit einem Spezialteer gefüllt. „Diesen haben wir dann wieder durchbohrt.“ Bis zum unfreiwilligen Bohrstopp hatten die BfS-Arbeiten sieben der insgesamt 20 Meter geschafft. Ziel der Bohrung ist es, die mit Atommüll gefüllte Kammer 7 zu öffnen.

Anfangs hatte das BfS dafür rund sechs Wochen veranschlagt. Mit einer Mini-Kamera soll dann erstmals geschaut werden, wie es dort aussieht, ob sich die Abfälle überhaupt noch in den eingelagerten 4356 Fässern befinden oder ob sie vom eintretenden Wasser bereits aufgelöst worden sind. Aus dem alten Bergwerk Asse sollen wegen Wassereintritts die dort liegenden 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll nach Möglichkeit geborgen werden. Wegen der instabilen Struktur des Bergwerks ist das aber ein Wettlauf gegen die Zeit. Nach der Einlagerung der radioaktiven Abfälle wurden die Kammern meterdick verschlossen. „Das sind schon kunstvolle Bauwerke“, sagte Köhler. Das Problem sei mit der Bohrung aber nicht generell gelöst, da das Loch noch immer recht instabil sei, betonte Köhler. Es könne daher sein, dass erneut Beton in die Bitumenschicht eingefüllt werden müsse.

„Dann würden wir schnell wieder einige Tage verlieren“, sagte Köhler. Sollte die Stabilisierung mit dem Spezialbeton nicht ausreichen, hätten die Experten noch andere Alternativen in der Hinterhand. „Denkbar ist es auch, die Bohrung mit einem Rohr vor dem nachfließenden Bitumen zu schützen“, sagte Köhler. Ungeachtet des Bohrproblems gebe es keine Schwierigkeiten. „Bislang ist noch keine Strahlung messbar, wie erwartet“, betonte Köhler. Das BfS geht nach eigener Angabe davon aus, dass erst beim unmittelbaren Anbohren erhöhte Radioaktivität messbar sein wird. dpa

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