Nach der Befreiung Gulasch

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Der kleine Bengaltiger zeigt sich im Serengeti Park Hodenhagen bereits etwas übermütig und faucht die Besucher an. Am 14. Februar wurden drei junge Tiger in der Freizeitanlage geboren – Nachfahren von Zirkus-Tigern, die in Portugal fast verhungert wären.

Hodenhagen - Von Michael Krüger - Keine Kunststücke mehr. „Sie haben es verlernt“, sagt Fabrizio Sepe. „Zum Glück.“ Der Geschäftsführer des Serengeti Parks in Hodenhagen (Heidekreis) strahlt.

Gerade eben zeigt er der Öffentlichkeit zum ersten Mal „das schöne Ende einer schlimmen Geschichte“. Im Frühjahr 2009 rettete der Zoo-Chef mit seinem Team acht Bengaltiger aus einem portugiesischen Zirkus. Nun darf sich der erste Nachwuchs auf die großen Außengehege in Hodenhagen freuen.

„Wenn man etwas Tolles tut, bekommt man auch was Gutes zurück“, zeigt sich der Park-Chef kurz vor der Saisoneröffnung erfreut über die Entwicklung. Drei putzmuntere Fellknäuels sind es, die für die gute Laune verantwortlich sind. In der Nacht zum 14. Februar wurden die beiden Weibchen und der kleine Kater geboren. Sie werden das, was ihre Eltern in den ersten Jahren ihres Lebens erleiden mussten, nie kennen lernen: Mutter „Sam“ und Tiger-Papa „Suras“ gehörten zu einer acht Tiere umfassenden Gruppe, die im portugiesischen Coimbra vor drei Jahren schlichtweg zu verhungern drohte. Der dort ansässige Zirkus hatte kein Geld mehr, um Futter zu kaufen.

Bengaltiger-Babys im Serengeti-Park

Samtig und putzmunter: Der Serengeti-Park in Hodenhagen hat am Mittwoch den Nachwuchs bei seinen Bengaltigern vorgestellt. Die drei wenige Wochen alten Babys wiegen zwischen drei und vier Kilogramm. Sie sind bereits am 14. Februar zur Welt gekommen. 2009 hatte der Tierpark fünf junge Weibchen und drei Männchen aus einem Zirkus im portugiesischen Coimbra gerettet - darunter Mutter Sam (acht Jahre). Sie ist nach Angaben des Tierparks ebenso wohlauf wie die Kinder und Vater Suras (zehn Jahre). Der Serengeti-Park eröffnet am Samstag seine Saison. Er zeigt rund 1500 Tiere auf 110 Hektar Fläche. © dpa
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Samtig und putzmunter: Der Serengeti-Park in Hodenhagen hat am Mittwoch den Nachwuchs bei seinen Bengaltigern vorgestellt. Die drei wenige Wochen alten Babys wiegen zwischen drei und vier Kilogramm. Sie sind bereits am 14. Februar zur Welt gekommen. 2009 hatte der Tierpark fünf junge Weibchen und drei Männchen aus einem Zirkus im portugiesischen Coimbra gerettet - darunter Mutter Sam (acht Jahre). Sie ist nach Angaben des Tierparks ebenso wohlauf wie die Kinder und Vater Suras (zehn Jahre). Der Serengeti-Park eröffnet am Samstag seine Saison. Er zeigt rund 1500 Tiere auf 110 Hektar Fläche. © dpa
Samtig und putzmunter: Der Serengeti-Park in Hodenhagen hat am Mittwoch den Nachwuchs bei seinen Bengaltigern vorgestellt. Die drei wenige Wochen alten Babys wiegen zwischen drei und vier Kilogramm. Sie sind bereits am 14. Februar zur Welt gekommen. 2009 hatte der Tierpark fünf junge Weibchen und drei Männchen aus einem Zirkus im portugiesischen Coimbra gerettet - darunter Mutter Sam (acht Jahre). Sie ist nach Angaben des Tierparks ebenso wohlauf wie die Kinder und Vater Suras (zehn Jahre). Der Serengeti-Park eröffnet am Samstag seine Saison. Er zeigt rund 1500 Tiere auf 110 Hektar Fläche. © dpa
Samtig und putzmunter: Der Serengeti-Park in Hodenhagen hat am Mittwoch den Nachwuchs bei seinen Bengaltigern vorgestellt. Die drei wenige Wochen alten Babys wiegen zwischen drei und vier Kilogramm. Sie sind bereits am 14. Februar zur Welt gekommen. 2009 hatte der Tierpark fünf junge Weibchen und drei Männchen aus einem Zirkus im portugiesischen Coimbra gerettet - darunter Mutter Sam (acht Jahre). Sie ist nach Angaben des Tierparks ebenso wohlauf wie die Kinder und Vater Suras (zehn Jahre). Der Serengeti-Park eröffnet am Samstag seine Saison. Er zeigt rund 1500 Tiere auf 110 Hektar Fläche. © Serengeti-Park
Samtig und putzmunter: Der Serengeti-Park in Hodenhagen hat am Mittwoch den Nachwuchs bei seinen Bengaltigern vorgestellt. Die drei wenige Wochen alten Babys wiegen zwischen drei und vier Kilogramm. Sie sind bereits am 14. Februar zur Welt gekommen. 2009 hatte der Tierpark fünf junge Weibchen und drei Männchen aus einem Zirkus im portugiesischen Coimbra gerettet - darunter Mutter Sam (acht Jahre). Sie ist nach Angaben des Tierparks ebenso wohlauf wie die Kinder und Vater Suras (zehn Jahre). Der Serengeti-Park eröffnet am Samstag seine Saison. Er zeigt rund 1500 Tiere auf 110 Hektar Fläche. © Serengeti-Park
Samtig und putzmunter: Der Serengeti-Park in Hodenhagen hat am Mittwoch den Nachwuchs bei seinen Bengaltigern vorgestellt. Die drei wenige Wochen alten Babys wiegen zwischen drei und vier Kilogramm. Sie sind bereits am 14. Februar zur Welt gekommen. 2009 hatte der Tierpark fünf junge Weibchen und drei Männchen aus einem Zirkus im portugiesischen Coimbra gerettet - darunter Mutter Sam (acht Jahre). Sie ist nach Angaben des Tierparks ebenso wohlauf wie die Kinder und Vater Suras (zehn Jahre). Der Serengeti-Park eröffnet am Samstag seine Saison. Er zeigt rund 1500 Tiere auf 110 Hektar Fläche. © Serengeti-Park
Einige Monate nach der Rettung der Tiger im Jahr 2008 war auch der Hunger bei den Großkatzen wieder groß – wie dieses Archivbild des Serengeti Parks beweist. © Serengeti-Park
Einige Monate nach der Rettung der Tiger im Jahr 2008 war auch der Hunger bei den Großkatzen wieder groß – wie dieses Archivbild des Serengeti Parks beweist. © Serengeti-Park
Einige Monate nach der Rettung der Tiger im Jahr 2008 war auch der Hunger bei den Großkatzen wieder groß – wie dieses Archivbild des Serengeti Parks beweist. © Serengeti-Park
Einige Monate nach der Rettung der Tiger im Jahr 2008 war auch der Hunger bei den Großkatzen wieder groß – wie dieses Archivbild des Serengeti Parks beweist. © Serengeti-Park
Einige Monate nach der Rettung der Tiger im Jahr 2008 war auch der Hunger bei den Großkatzen wieder groß – wie dieses Archivbild des Serengeti Parks beweist. © Serengeti-Park

Über einen befreundeten Tierpark-Besitzer in Spanien hörte Sepe von dem Notruf in Portugal, binnen 48 Stunden organisierte er mit seinem Team einen Hilfstransport. 4 800 Kilometer Fahrt an die Atlantikküste und zurück, 7 000 Euro Kosten – schließlich acht gerettete Zirkus-Tiger, die schon seit Wochen nichts mehr zu Fressen bekommen hatten. 120 bis 130 statt der regulären 250 Kilo wogen die Tiere. „Die Hüften waren ganz schmal, das blanke Elend“, sagt Sepe.

Doch der Kampf um das Leben das Großkatzen war mit der Rettung aus dem Zirkus noch nicht gewonnen. Über Monate mussten die Tiger wieder aufgepäppelt werden. Sepe: „Wir glaubten selbst nicht, dass wir alle Tiere am Leben erhalten können.“ Zwei Wochen lang bekamen die Tiger keine feste Nahrung, nur Mineral- und Vitamininfusionen. Dann wurde mit kleinen Rindergulasch-Stücken zugefüttert, Wochen später bissen die Tiger wieder kräftiger zu. Statt Zirkuswänden und engen Trailern lernten sie im Juli 2009 schließlich erstmals Gras, Wasserstellen und Bäume kennen – wenn auch im begrenzten Rahmen des Tierparks. Weitere zwei Jahre dauerte es, bis die Tiger nicht mehr versuchten, mit den Pfoten nach dem längst verschwundenen Stock des Dompteurs zu schlagen.

Immerhin gut 40 000 Quadratmeter stehen den acht geretteten Tigern und ab Mai auch dem Nachwuchs im „Land der Bengalen“ zur Verfügung. „Gesetzlich vorgeschrieben ist viel weniger Platz, wir könnten hier mehr als 100 Tiger halten“, sagt Sepe. Doch gerade die einzelgängerischen Tiger bräuchten Rückzugsbereiche, um nicht allzu sehr vom Zoo-Betrieb gestresst zu werden. In Hodenhagen haben auch ein Kamel und drei Lamas ein neues Zuhause gefunden, denen aus dem Zirkus wenigstens eine Teil-Wildnis zuvor völlig fremd war.

„Tiger, Elefanten, Giraffen und Nashörner gehören nicht in den Zirkus“, betont Sepe, rückblickend auf seine Erfahrungen. Auch in Zoos gebe es Einschränkungen, sagt der Zoo-Chef, dessen Vater einst als Großwildjäger in Afrika aktiv war, bevor er das Park-Konzept mit den Freigehegen mit ausgearbeitet hat. Dabei zweifelt er gar nicht an den guten Absichten der Zirkusse, die Wildtiere halten: „Niemand quält seine Tiere mit Absicht.“ Der Fehler liege vielmehr im System. Das hat Portugal – anders als Deutschland – mittlerweile erkannt: Dort sind Menschenaffen in der Manege verboten, Wildtiere dürfen nicht mehr neu angeschafft und gezüchtet werden.

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