Fehlende Nahrung und zerstörte Lebensräume

Nabu klärt bei Batnights über Fledermäuse auf

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Nabu bringt mit Batnights etwas Licht ins Leben der Fledermäuse.

Oldenburg - Sie sind lautlose Jäger, aber inzwischen selbst in Gefahr: 16 verschiedene Fledermausarten leben in Niedersachsen - und alle stehen unter gesetzlichem Schutz. Fledermäuse leiden zunehmend unter Nahrungsmangel und der Vernichtung ihrer Lebensräume. Der Naturschutzbund (Nabu) bringt bei Fledermausnächten, sogenannten Batnights, Licht ins Leben der nachtaktiven Insektenfresser.

Bundesweit gibt es bis Ende August bei Batnights überall im Land Exkursionen, Vorträge und Veranstaltungen. „Die Fledermäuse sind vielfach unter Druck geraten, insbesondere durch die Veränderungen in der Landwirtschaft und früher auch in der Forstwirtschaft", sagt Rüdiger Wohlers, der Geschäftsführer des Nabu im Oldenburger Land ist. Besonders die Nahrungszufuhr der Fledermäuse ist gefährdet, da der Insektenbestand abnimmt - pro Nacht nehmen die Tiere etwa ein Drittel ihres Körpergewichts an Insekten zu sich. „Pestizide sind eine enorme Belastung unserer Umwelt insgesamt und tragen auch dazu bei, dass die gesamte Anzahl der Insekten ganz stark abgenommen hat", sagt Wohlers. 

Auch der Lebensraum der nachtaktiven Tiere wird zunehmend begrenzt, weil Bäume nicht erhalten werden, die als Quartiere dienen. Dadurch sind einige Fledermausplätze über die Jahre verschwunden. Durch die energiesparende Bauweise neuer Häuser profitiert die Umwelt zwar von der Wärmedämmung, die Fledermäuse aber leiden unter dem Verlust von Sommerquartieren. 

Fledermausführungen, Nachtwanderungen und Vorträge sollen dazu dienen, die Nachtschwärmer mit den ungewöhnlichen Namen wie Braunes Langohr, Kleine Hufeisennase oder Großer Abendsegler besser kennenzulernen. Bei einer Batnight im Oldenburger Schlossgarten etwa kommt ein Detektor zum Einsatz, um die flinken Flugkünstler hören und aufspüren zu können. „Der Detektor wandelt die Fledermausrufe in hörbare Rufe um", erklärt Naturpädagogin Silke Kreusel den rund 30 Teilnehmern der Batnight. Ein Mann hat sogar seinen eigenen handlichen Detektor mitgebracht. „Das Gerät zeigt die Rufe sogar grafisch an", sagt Andreas Mann aus Wiesbaden, der sich in seiner Freizeit mit Fledermäusen beschäftigt. 

Ausgerüstet mit Taschenlampe und Detektoren geht es dann in der Dämmerung in den Alleen des Schlossgartens auf Fledermaussuche. Die Naturpädagogin erklärt den Teilnehmern, wie Laien den Fledermäusen helfen können. So können mit der richtigen Anleitung Sommerquartiere geschaffen werden, indem man Fledermauskästen kauft oder baut. Außerdem soll darauf geachtet werden, dass existierende Fledermausquartiere nicht verschlossen werden. 

Auch im Garten können einfache Dinge das Leben der Tiere unterstützen, berichtet Nabu-Mann Wohlers. So helfe das Anpflanzen von Wildpflanzen oder Stauden, Insekten und Nachtfalter anzulocken. „Und viele Nachtfalter bedeuten einen gedeckten Tisch für die Fledermäuse", sagt Wohlers. Kleine Wasserflächen können zusätzlich für mehr Nahrung sorgen. 

Bundesweit hat der Nabu an den letzten Augusttagen rund 230 Fledermaus-Veranstaltungen geplant, in Niedersachsen werden etwa 20.000 Teilnehmer erwartet.

dpa

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