Gekippte „Landeskinderregelung“

Urlaub in Niedersachsen: Muss das Land die Tourismus-Branche entschädigen?

Schadensersatz für die Tourismus-Branche? Mit dieser Frage konfrontiert sich Niedersachsen derzeit. Unterdessen ziehen die Buchungen aus anderen Bundesländern an.

Hannover - Nachdem das Oberverwaltungsgericht am Dienstag die Urlaub-Beschränkung auf die Einwohner Niedersachsens aufgehoben hat, sieht sich das Land Schadensersatzanfragen konfrontiert. Es gebe erste Zuschriften von Beherbergungsbetrieben, die wissen wollten, ob es nun Schadensersatz gibt, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Das Land gehe aber nicht davon aus, dass es da Pflichten gibt.

Wegen der sogenannten Landeskinderregelung hatten Hotels und Anbieter von Ferienquartieren seit Montag vergangener Woche Urlauber aus anderen Bundesländern noch abweisen müssen. Mit dem Gerichtsentscheid können ab sofort auch auswärtige Gäste buchen.

Niedersachsen sieht sich mit der Frage nach Schadensersatzanfragen konfrontiert.

Niedersachsen will mit den nächsten Lockerungen der Corona-Beschränkungen trotz der stark sinkenden Zahl von Neuinfektionen wie angekündigt bis Ende Mai warten. „Im Moment sieht die Infektionsentwicklung gut aus“, sagte Pörksen. Wegen Feiertagen und Wochenenden mit weniger Corona-Tests müssten die rückläufigen Zahlen aber noch mit etwas Vorsicht bewertet werden.

Am Mittwoch unterschritt die Corona-Neuinfektionsrate in Niedersachsen mit 49,9 den wichtigen Inzidenzwert von 50 knapp. Am Donnerstag liegt die Corona-Inzidenz bei 46,6 in Niedersachsen.

Niedersachsen zu Pfingsten beliebtes Urlaubs-Ziel

Nach der Öffnung des Tourismus in Niedersachsen bemühen sich viele Gäste aus Nordrhein-Westfalen, Hamburg oder Berlin noch um eine Unterkunft für Pfingsten. Einen Tag, nachdem ein Gericht die Beschränkung auf niedersächsische Einwohner gekippt hatte, zogen am Mittwoch auswärtige Buchungen an. Die Branche an der Küste, in Heide und Harz hatte zwar auf die Öffnung zum kommenden langen Wochenende gehofft. Sie berichtete aber auch von Problemen mit der kurzfristigen Regeländerung.

Lange waren die Plätze der Außengastronomie leer, die neue Corona-Verordnung könnte das wieder ändern.

Auf Borkum gingen bei der Tourismus-Zentrale viele Anrufe oder Mails ein. „Es besteht Nachfrage für Pfingsten und die Zeit danach“, sagte die für Marketing zuständige Daniela Kastrau. Die Anfragen kämen aus Nordrhein-Westfalen, aber auch aus südlicheren Bundesländern. Ein Problem sei, dass die ursprünglichen Buchungen vieler Gäste aus anderen Bundesländern abgesagt worden seien. Einige fragten wieder an, andere hätten sich zu Pfingsten einen anderen Urlaubsort gesucht.

„Wir waren ausgebucht, mussten aber absagen. Die Gäste haben sich umorientiert“, sagte auch Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. Er rechnete deshalb nicht damit, dass die zugelassenen 60 Prozent Bettenkapazität in der Heide über Pfingsten ausgeschöpft werden. Das sei nur für die Campingplätze zu erwarten. * Kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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