Ein Toter bei Flugzeugabsturz - keine Kollision

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Abgestürztes Segelflugzeug bei Bad Münder

Bad Münder - Von Thomas Strünkelnberg. Ein Augenzeuge sorgte für Verwirrung: Waren zwei Kleinflugzeuge zusammengestoßen? Rettungskräfte fanden den Absturzort, an dem ein Mensch starb. Was sie nicht fanden, war ein zweites Flugzeug.

Trümmer haben sich in den Waldboden gebohrt, die dünne Außenhaut des Segelflugzeugs ist wie Papier zerrissen. Überall im Unterholz finden sich Trümmerteile. Rotweißes Flatterband hängt an den Bäumen. Und neben den Überresten des Flugzeugs: ein blauer Hut und eine dunkle Tasche. Sie gehörten dem 67 Jahre alten Piloten. Der Mann aus Schleswig-Holstein starb am Samstag bei einem Absturz, er war allein in dem Flugzeug.

Der Unfall schien zunächst merkwürdig: war ein zweites Flugzeug beteiligt? Am Sonntag übernahmen zwei Experten von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) aus Braunschweig die Untersuchung. Außerdem durchkämmten etwa 150 Einsatzkräfte das Gebiet bei Bad Münder im Weserbergland, um die Trümmerteile zu finden und einzusammeln. Das sollte noch im Laufe des Tages geschehen, wie ein Sprecher der Bundesstelle am Sonntag sagte. Wenn alle Wrackteile gefunden seien, werde entschieden, ob die Trümmer nach Braunschweig transportiert werden. Dann müssten auch die Radarspur des Segelfliegers und Aufzeichnungen - auch des Piloten - überprüft werden.

Zunächst aber hatten die Rettungskräfte vor der Aufgabe gestanden, die Unfallstelle überhaupt zu finden. Hubschrauber kreisten über dem Absturzgebiet am Süntel, einem mehr als 400 Meter hohen Bergstock. Polizisten entdeckten schließlich den 67-Jährigen zwischen den Trümmern, ein Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Unklar war zunächst, wo das Flugzeug gestartet war. Für Verwirrung sorgte zunächst die Behauptung eines Augenzeugen, zwei Flugzeuge seien zusammengestoßen. Gab es also ein weiteres Unglücksflugzeug? Das sei nach derzeitigem Stand nicht der Fall, sagten die Sprecher von Polizei und Bundesstelle übereinstimmend.

Der NDR berichtete, der Befragung mehrerer Zeugen habe ergeben, dass das Segelflugzeug ins Trudeln geraten sei. Es habe eine Explosion gegeben, dann sei eine Tragfläche abgebrochen. Die Theorie des zweiten Flugzeugs habe sich nicht bestätigt, urteilte die Bundesstelle. Erst Mitte April war ein Kleinflugzeug nahe der Autobahn 28 in Höhe der Ortschaft Hatten im Landkreis Oldenburg abgestürzt. Dabei kam der 69 Jahre alte Pilot - der langjährige Bürgermeister der Gemeinde Kirchseelte im Landkreis Oldenburg, Walter Raem - ums Leben, eine 71-Jährige und zwei weitere Männer wurden lebensgefährlich verletzt.

Einen Zwischenbericht zur Unfallursache sollte es frühestens im Juni geben. Und auch nach dem Absturz bei Bad Münder dürfte die Ursachenforschung noch dauern. Voraussichtlich in sechs bis acht Wochen werde der Zwischenbericht vorgelegt werden, kündigte der BFU-Sprecher an.
dpa

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