Mühlentag soll neugierig machen

Im Müllerhandwerk sind noch Stellen frei

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Die Bockwindmühle Wettmar-Brammerberg steht in Burgwedel. Am Montag ist sie für Besucher zugänglich.

Hannover/Bremen - Von Wind und Wasser angetriebene Mühlen faszinieren noch immer: Am Deutschen Mühlentag beteiligen sich auch rund 230 dieser Industriedenkmäler in Niedersachsen und Bremen.

Bundesweit werden mehr als 1100 Mühlen am Pfingstmontag ihre Tore für Besucher öffnen. Veranstaltet wird die Aktion von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM). Im vergangenen Jahr kamen laut DGM rund 150.000 Besucher.

Der vor 60 Jahren gegründete Landesverband Niedersachsen-Bremen habe in Deutschland die längste Tradition, sagte der Vorsitzende Rüdiger Heßling. Der Mühlentag sei 1987 aus den Niederlanden zuerst nach Niedersachsen gekommen und wird seit 1994 bundesweit begangen.

Mit dem Tag der offenen Tür wollen die Betreiber der Mühlen auch Nachwuchs gewinnen. Die Ausbildung zum „Freiwilligen Müller“ dauert 160 Stunden. Auf dem Stundenplan stehen etwa technische Grundlagen, Getreidekunde, Unfallverhütung und Wetterkunde. Das Interesse an den technischen Denkmälern ist groß. Laut Heßling haben sich bislang über 360 Ehrenamtliche zu „Freiwilligen Müllern“ ausbilden lassen.

Empfehlungen für Mühlen in Bruchhausen-Vilsen und Stuhr

Heßlings persönliche Empfehlungen für einen Besuch am Pfingstmontag sind die Wallmühle in Bremen sowie die Wassermühlen in Bruchhausen-Vilsen (Bruchmühlen) und Stuhr-Heiligenrode im Landkreis Diepholz. „Die drei Mühlen sind alle betriebsbereit und werden auch am Montag mahlen“, sagte Heßling. In Bruchmühlen gebe es zudem das Angebot, Papier zu schöpfen.

Etwa 125 der Industriedenkmäler in Niedersachsen und Bremen sind Heßling zufolge noch voll funktionstüchtig und werden von „Freiwilligen Müllern“ in Gang gehalten. Eine Handvoll wird sogar noch gewerblich betrieben, einige Wassermühlen produzieren Strom. Die übrigen sind nicht mehr funktionsfähig, haben aber noch Teile ihrer technischen Ausstattung. Sie dienen als Museum, Café, Restaurant oder Standesamt. Andere werden nur noch als Wohn- oder Wochenendhaus genutzt.

„Technik und Bausubstanz erfordern allerdings ständige Pflege. Ein Flügelkreuz hält rund 20 Jahre, ein Wasserrad 30 Jahre“, sagte Friedrich Rohlfink, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung. Rechtliche Hürden erschwerten die Nutzung. „Manche Wassermühle sitzt auf dem Trockenen, weil der Bach nicht mehr aufgestaut werden darf. Da fließt das Wasser dann um die Mühle herum“, erklärte Rohlfink.

dpa

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