Papenburg: Debatte um Moschee-Bau 

Bündnis stellt sich AfD-Protest gegen Moschee in den Weg

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Der geplante Bau eines Gotteshauses in Papenburg hat eine Debatte ausgelöst - die AfD-Proteste werden auf ein breites Gegenbündnis stoßen.  

Papenburg - Eine geplante AfD-Demonstration gegen den Neubau einer Moschee im Emsland ruft ein breites Gegenbündnis auf den Plan.

Die Papenburger Moscheegemeinde will eine fast zehn Meter hohe sechseckige Kuppel-Moschee mit einem 13 Meter hohen Minarett bauen, die 347 Besuchern Platz bieten soll. Auf dem Gelände sind auch ein Vereinsheim mit Versammlungsräumen und ein Lebensmittelladen geplant. 

Am kommenden Sonntag will die AfD gegen das Bauvorhaben demonstrieren. Die Gegendemonstration in der 37.500 Einwohner-Stadt unterstützen am selben Tag unter anderem die Grünen, SPD, FDP, CDU und die Gewerkschaften, sagte der Papenburger Grünen-Ratsherr Günter Buss am Mittwoch. Die Gegendemo solle ein Zeichen gegen „Rechtspopulismus und menschenfeindliche Ideologien“ setzen, erwartet werden bis zu 1000 Teilnehmer. 

Die AfD schrieb auf Facebook, es gebe viele Gründe, die gegen den Neubau einer Ditib-Moschee in Papenburg sprechen würden - „baurechtliche sowie auch politische Gründe“. Die Demo richte sich nicht gegen die Gemeindemitglieder der Moscheegemeinde, sondern gegen die „Verschleierungstaktik“ der Stadt und den bundesweit in der Kritik stehenden Ditib-Verein. 

Bürgermeister erinnert AfD an die Religionsfreiheit

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Kestner hatte Papenburgs Bürgermeister Jan-Peter Bechtluft (CDU) für dessen Aussage kritisiert, die Moschee sei ein Gewinn für Papenburg. AfD-Ratsmitglied Jens Schmitz hatte bemängelt, dass eine Öffentlichkeitsbeteiligung bei dem Bauvorhaben nicht vorgesehen sei. 

Bürgermeister Bechtluft konterte: „Ich finde es falsch, die aktuelle politische Islamdebatte mit dem Neubau der Moschee in Papenburg in Verbindung zu bringen.“ Das Grundgesetz gewährleiste die ungestörte Ausübung der Religion. 

Die Stadt Papenburg habe es als Bauaufsichtsbehörde nicht zu interessieren, wie ein Bauvorhaben finanziert werde. Das Projekt werde überwiegend durch Spenden und Beiträge der Gemeinde- und Vereinsmitglieder getragen. - dpa

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