Geständnis vor Gericht

Pfleger tötet Geliebte und kann sich die Tat selbst nicht erklären

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Der 42-Jährige steht nach Mord an seiner Geliebten vor Gericht.

Hannover - Ein Krankenpfleger aus Hannover hat vor Gericht gestanden, seine Geliebte getötet zu haben.

Es tue ihm unsagbar leid, ließ der 42-Jährige am Dienstag zum Prozessauftakt durch seinen Verteidiger im Landgericht Hannover erklären. Sein Verhalten sei ihm unerklärlich. Er könne nur vermuten, dass er zuvor zuviel Alkohol getrunken habe. In dem Prozess gibt es bisher nur wenige Anhaltspunkte dafür, dass der Mann sein Handeln nur eingeschränkt steuern konnte. 

Dass der Angeklagte nach der Tat strukturiert und nachvollziehbar gehandelt habe, spreche gegen eine erheblich eingeschränkte Steuerungsfähigkeit, sagte der Gutachter. Sie sei aber nicht ganz ausschließbar.

Wie viel Alkohol der Mann tatsächlich getrunken hatte, lässt sich nicht genau ermitteln, weil er nach der Tat die Flucht angetreten hatte. Der Angeklagte sei nicht psychisch gestört, sagte der Sachverständige. Auffällig sei aber seine Empathiearmut. Vermutlich habe das Element der narzisstischen Kränkung bei der Zurückweisung der Frau die Tat ausgelöst.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, die 29-Jährige am 2. April aus Wut und Frustration im Bett seiner Wohnung ermordet zu haben. Laut Anklage soll die Frau zuvor sinngemäß gesagt haben, seine Berührung sei nicht schön. Die Mutter der Getöteten tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf.

Sie wünschte sich eine feste Beziehung

Die sexuelle Beziehung der beiden ging nach Darstellung des Angeklagten von der 29-Jährigen aus. Sie habe ihn als Patientin des Krankenhauses, in dem er arbeitete, Anfang 2015 nach seiner Telefonnummer gefragt. Die junge Frau habe sich im Gegensatz zu ihm eine feste Beziehung gewünscht.

Eine Spaziergängerin hatte die Leiche der 29-Jährigen Anfang April in Dedensen bei Hannover an einem Waldweg gefunden. Der mutmaßliche Täter war rund zwei Wochen auf der Flucht und stellte sich schließlich am Ostersamstag in London der Polizei. Die Staatsanwaltschaft zieht in Betracht, dass der Mann eventuell nicht voll schuldfähig sein könnte.

dpa

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