Die Anpassung der Wasserstraße an große Frachtschiffe stockt

Wird die Mittelweser zum Millionengrab?

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85-Meter-Schiffe haben auf dem Mittelweser keine Probleme - auch wenn ihnen Gegenverkehr begegnet und sie sich auf dem Fluss gut auskennen.

Hannover/Verden - Von Marvin Köhnken.  Die Flut an Lastwagen muss runter von den Bundesstraßen zwischen Bremen und Minden, der B 6 oder der B 51, da ist sich Cordula Radtke von der Norddeutsche Wasserweg Logistik (NWL) sicher.

Als Lösung empfiehlt die Abteilungsleiterin Binnenschiff, die Mittelweser fit zu machen für den regulären Verkehr von Schiffen mit 110 Metern Länge, den Großmotorgüterschiffen (GMS).

Cordula Radtke leitet die Norddeutsche Wasserweg Logistik (NWL) aus Bremen.

Bereits 1988 haben sich der Bund und das Land Bremen auf den bedarfsgerechten Ausbau der Wasserstraße geeinigt – bis hin zu Umweltfragen wurden alle Details geklärt. Seitdem investierten Bund und Bremen rund 200 Millionen Euro, davon seit 2002 rund 114 Millionen Euro vor allem für die Uferverlegung im Verlauf der Mittelweser. Ein Gutachten verdeutlichte die Vorteile der Anpassungen. Dennoch stockt das Vorhaben: 2013 hat das Bundeswirtschaftsministerium eine neue Prüfung der zu erwartenden Auslastung in Auftrag gegeben. Mit einem Ergebnis rechnet die Schifffahrtverwaltung in Hannover im Herbst.

„Die Anpassung der Mittelweser ist nötig, um den Kunden eine GMS-Lieferzeit von Minden bis Bremerhaven von weniger als 24 Stunden garantieren zu können, sagt Ralf Rüdiger Heinrich, Geschäftsführer im Wirtschaftsverband Weser. Nur wenn die Anbindung vom Binnenschiff zu Lastwagen und Seeschiff planbar ist und die Kosten rund 20 Prozent unter die einer reinen Lkw-Verbindung sinken, ließen sich Unternehmen von der Binnenschifffahrt überzeugen, sagt er. „Der Container-Hafen in Bremerhaven wächst stetig, Straßen und Schiene sind aber schon so gut wie voll.“

„Derzeit dauert der Transport von Minden bis Bremerhaven weniger als 24 Stunden, kostet aber noch genau so viel wie per Lastwagen“, ergänzt Cordula Radtke. Damit sich das ändert und die ausgegeben Millionen für die Mittelweser nicht vergeudet sind, plädiert die Logistikerin dafür, die fertigen Mittelweser-Pläne umzusetzen. „2014 haben wir mehr als 10.000 Container auf der Mittelweser transportiert. Derzeit würden aber nur zehn Prozent des wirtschaftlichen Potenzials der Region genutzt.

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