Ministerpräsident Weil will im Iran für Niedersachsen werben

"Viel kennenlernen, Türen öffnen, gute Gespräche führen"

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Hannover/Teheran - Nach dem Ende der internationalen Handelsbarrieren ist Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil am Freitag zu einer Delegationsreise in den Iran aufgebrochen. Der SPD-Politiker ist damit der erste deutsche Ministerpräsident, der in Teheran für neue Geschäftsbeziehungen zwischen beiden Ländern werben will.

Begleitet wird Weil auf seiner fünftägigen Visite in die Hauptstadt Teheran von einer knapp 30-köpfigen Delegation mit Vertretern von Wirtschaft, Wissenschaft und Medien. Ziel der Reise ist es, die Kontakte von Wirtschaft und Wissenschaft in die Islamische Republik wieder mit neuem Leben zu füllen.

Erst im Januar waren die jahrelangen Handelssanktionen wegen des umstrittenen iranischen Atomprogramms aufgehoben worden. "Viel kennenlernen, Türen öffnen, gute Gespräche führen", beschreibt Weil seine Erwartungen an die Reise in den Nahen Osten. "Dass der Iran für die niedersächsische Wirtschaft mit großen Chancen verbunden ist, ist ja unbestritten", sagte Weil vor der Abreise. Deutsche Unternehmen hätten dort einen sehr guten Ruf aus früheren Zeiten. "Jetzt besteht die Chance, wieder an diese Zeit anzuknüpfen. Und diese Situation wollen wir natürlich so gut wie möglich nutzen."

In Teheran erwartet Weil ein dicht gedrängter Terminplan. Unter anderem will er die iranische Forschungsorganisation für Wissenschaft und Technologie, einen Medizinkongress, den Basar und den Fernsehturm besuchen. Geplant sind auch diverse politische Gespräche - darunter mit Staatspräsident Hassan Rouhani und Außenminister Mohammed Javad Zarif.

Es ist Weils erster Besuch in der Islamischen Republik. "Mich interessiert die innere Entwicklung des Irans: Wie geht es weiter mit der wirtschaftlichen Öffnung und wie kann es in der extrem heterogenen Region weitergehen", betonte Weil. Darüber hinaus sei er sich auch darüber bewusst, dass es große gesellschaftliche, politische und auch moralische Unterschiede zwischen den beiden Ländern gebe. "Trotzdem bin ich sehr froh, dass wir jetzt wieder eine Situation haben, in der man offener und klarer miteinander reden kann."

dpa

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