Neue Corona-Regeln

Ministerpräsident Stephan Weil fordert Nachteile für Ungeimpfte

Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen, nimmt an einer Pressekonferenz teil.
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Stephan Weil fordert gemeinsame Kriterien gegenüber Ungeimpften vor den Beratungen mit der Bundeskanzlerin.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Bremen Bürgermeister Andreas Bovenschulte stellen Forderungen vor den Beratungen am Dienstag mit Kanzlerin Merkel.

Berlin – Die SPD-Politiker Stephan Weil und Andreas Bovenschulte sind sich einig. Der niedersächsische Ministerpräsident und Bremens Bürgermeister sprechen sich deutlich für eine Abkehr von der Inzidenz als wichtigstem Wert zur Einschätzung der Corona-Pandemie aus.

Inzidenzwert Deutschland21,2
Inzidenzwert Niedersachsen:17,9
Inzidenzwert Bremen: 26,0

Vor den anstehenden Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten am Dienstag stellen die SPD-Politiker klare Forderungen für die sich ändernden Corona-Verhältnisse in Deutschland.

Abkehr vom Inzidenzwert: Umgeimpfte sollen nach Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ab Herbst ihre Corona-Tests selbst zahlen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil appellierte an Bund und Länder, sich am Dienstag „zwingend gemeinsam auf neue Parameter für die Bewertung der Gefährdungslage zu verständigen“. Gleichzeitig sprach sich der SPD-Politiker und niedersächsische Landeschef sprach ebenfalls dafür aus, dass auch bei Ungeimpften deutschlandweit ein gemeinsamer Kurs eingeschlagen wird.

Heißt: Gemeinsame Kriterien für den Umgang mit Geimpften, Genesenen und Getesteten seien nötig, sagte Weil der Welt. Dazu sollte auch gehören, dass Ungeimpfte ab einem noch festzulegenden Zeitpunkt im Herbst ihre Tests selbst bezahlen müssen – mit Ausnahme derer, die etwa aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können, betonte der SPD-Politiker.

Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte will Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz als wichtigster Faktor bei Beurteilung der Corona-Pandemie

In ähnliches Horn stößt auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte vor der Beratungen am Dienstag. Bremens Bürgermeister aus der SPD will eine Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz als wichtigstem Wert für die Beurteilung der Corona-Pandemie.

Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte fordert die Abkehr von der Inzidenz als ausschlaggebender Faktor für die Bewertung der Corona-Lage.

„Wir brauchen einen neuen Wert, der das aktuelle Infektionsgeschehen beschreibt und Inzidenz und Impfquote nachvollziehbar miteinander ins Verhältnis setzt“, sagte der SPD-Politiker gegenüber der Welt (Online Freitag/Print Samstag). Dank der Impfungen sei es mittlerweile deutlich unwahrscheinlicher, sich anzustecken oder zu erkranken. Noch unwahrscheinlicher sei eine schwere Erkrankung. „Das muss in möglichen neuen Corona-Regeln zum Ausdruck kommen“, forderte Bovenschulte im Nachgang.

Robert Koch-Institut hält an Inzidenz fest

Auf der anderen Seite sieht das RKI keine Veranlassung, der Inzidenz als Hauptindikator für die Corona-Pandemie den Rücken zu kehren. Seit einiger Zeit sind Diskussionen entbrannt, wie aussagekräftig sich der Inzidenzwert in den veränderten Lage immer noch ist.

Mehrere Bundes- und Landespolitiker sind der Meinung, dass die Inzidenz längst nicht mehr die einzige Corona-Messlatte sein sollte, nach dem neue Maßnahmen aufgestellt oder heruntergefahren werden sollten.

Inzidenz-Kurve in Niedersachsen zeigt leicht nach oben – In Bremen fällt sie minimal

Derweil hat sich die Inzidenz in Niedersachsen am Samstag leicht nach oben verschoben. Im Vergleich zum Vortag sprang der Wert am Samstag von 17,2 auf 17,9. Laut Daten des RKI wurden landesweit 289 neue Infektionen gemeldet. Zudem hat nach Salzgitter ein neues Corona-Schlusslicht zu vermelden. Im Verlauf der vergangenen Woche hatte die kreisfreie Stadt diese unrühmliche Kategorie der höchsten Inzidenz in Niedersachsen noch angeführt.

In Bremen ging die Inzidenz hingegen etwas zurück. Am Vortag lag der Wert noch 26,3m während dieser am Samstag auf 26,0 fiel.

Niedersachsen plant neue Corona-Verordnung für die veränderte Covid-19-Lage im Hinblick auf die Delta-Variante

Unterdessen scheint das Land um Ministerpräsident Weil bereits an einer neuen Corona-Verordnung zu arbeiten, um auf die veränderten Umstände zu reagieren. Im Vordergrund stehen hier die Eindämmung der Delta-Variante, die im Bundesland fast hundert Prozent der Ansteckung ausmacht und die veränderte Situation durch die fortschreitende Impfquote.

Dadurch gibt es nicht mehr so viele Infizierte, die schwere Krankheitsverläufe aufweisen und so die Intensivstationen weniger belasten. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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