Mini-Dorf sorgt für Schlagzeilen

Sumte und die Flüchtlinge - sie werden erwartet

Sumte - Das kleine Dörfchen mit wenig mehr als 100 Einwohnern hat auch international für Schlagzeilen gesorgt. Bis zu 750 Flüchtlinge sollen in Sumte untergebracht werden. Jetzt sollen die ersten kommen.

Im niedersächsischen 102-Einwohner-Örtchen Sumte sollen am Montag die ersten Flüchtlinge von zunächst 500 eintreffen. Der genaue Zeitpunkt war am Morgen noch unklar. „Noch ist nicht bekannt, wann sie kommen werden“, sagte Annegret Droba, Sprecherin des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Niedersachsen. Möglicherweise würden die Busse erst spät am Abend kommen. Das ehemalige Bürodorf soll nach derzeitiger Planung für ein Jahr als Notunterkunft genutzt werden, betrieben wird es vom ASB. Ursprünglich war angedacht worden, bis zu 1000 Menschen in der leerstehenden Anlage für Bürohäuser unterzubringen. Das hatte über die Grenzen Deutschlands hinaus für Aufsehen gesorgt. So hatten etwa die „New York Times“, das russische Fernsehen und auch britische Zeitungen wie die Londoner „Times“, die „Sun“ oder der „Telegraph“ darüber berichtet.

In den kommenden Monaten könnte die Belegung auf bis zu 750 anwachsen, hatte ein Vertreter des Innenministeriums am Mittwoch auf einer Bürgerversammlung erklärt. „Für uns heißt es jetzt konstruktiv mit den Herausforderungen umzugehen“, sagte Ortsvorsteher Christian Fabel am Montag. „Wir hoffen weiterhin, dass die Breitbandversorgung fürs Internet kommt.“ Weil es in Sumte keine Einkaufsmöglichkeiten gibt, ist ein kleiner Laden auf dem Gelände des Bürodorfs eingerichtet worden. Shuttle-Busse sollen von dort die Orte im Umland ansteuern. Zunächst waren nach Bekanntwerden der Pläne Mitte Oktober in dem Dorf mit nur 102 Einwohnern im Landkreis Lüneburg erhebliche Bedenken laut geworden. „Die Belastung von 1000 Flüchtlingen für ein Dorf mit nur 102 Einwohnern ist völlig unverhältnismäßig - das dürfte mit keinem anderen Ort in Deutschland zu vergleichen sein“, hatte Ortsvorsteher Fabel(CDU) nach Bekanntwerden der Pläne etwa gesagt. Die vier Polizisten in der Gemeinde Amt Neuhaus am nordöstlichen Ufer der Elbe reichten nicht aus, um notfalls einzuschreiten, heißt es in Sumte. Auf dem Gelände wird nun ein Sicherheitsdienst permanent vor Ort sein.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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