Sechs Prozent mehr Lohn gefordert

IG Metall will mit flächendeckenden Warnstreiks den Druck erhöhen

Hannover - Die Fronten im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie sind verhärtet. Am Montag gab es Warnstreiks in Niedersachsen, die die ganze Woche fortgesetzt und ausgedehnt werden sollen. Bundesweit legten 15.000 Beschäftigte die Arbeit nieder.

Mit flächendeckenden Warnstreiks will die IG Metall den Druck im Tarifkonflikt der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie erhöhen. Am Montag begannen die Arbeitsniederlegungen in Friesoythe im Landkreis Cloppenburg, wo nach Gewerkschaftsangaben mehr als 200 Beschäftigte der Firma Leoni Special Cables ihre Arbeit niederlegten. 

Im Verlauf des Tages kam es zu weiteren Warnstreiks unter anderem beim Automobilzulieferer Wabco in Gronau, Phoenix Contact in Bad Pyrmont und Reintjes in Hameln. Ein Gewerkschaftssprecher berichtete, dass sich dort zusammen etwa 300 Arbeitnehmer beteiligt hätten. Nach kurzen Ansprachen vor den Unternehmen seien sie nach Hause gegangenen. 

IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld

„Das soll ein Vorgeschmack auf die sogenannte kurze Vollzeit sein", sagte Uwe Mebs von der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und die Option, die Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden senken zu können. Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren - was die Arbeitgeber kategorisch ablehnen. 

Vertreter der Arbeitgeber bezeichneten die Warnstreiks am Montag als Teil des üblichen Verhandlungsmarathons. Neu sei dabei allerdings die Qualität der Forderung, eine saftige Lohnforderung mit der Forderung nach einem Ausgleich für einen Teil der Teilzeitbeschäftigten zu verbinden. „Käme das so, würde innerhalb der Teilzeitbeschäftigten eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entstehen. Das ist diskriminierend gegenüber denjenigen, die diesen Ausgleich nicht erhalten würden und somit aus unserer Sicht rechtswidrig. Das stößt bei unseren Unternehmen auf erbittertste Abwehr", sagte der Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, Volker Schmidt. 

Warnstreiks werden ausgeweitet

Die IG Metall sieht bei den Tarifverhandlungen keinen Grund zur Zurückhaltung. „Wir werden unsere Warnstreikaktivitäten in dieser Woche ausweiten", sagte der IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger am Montag in Hannover. Für Dienstag sind unter anderem Streiks in Braunschweig, Schüttorf und Spelle angekündigt. Außer in Niedersachsen gab es auch in Bayern und Nordrhein-Westfalen, Hessen, Berlin und Brandenburg Warnstreiks. Zudem rief die Gewerkschaft Beschäftigte in Sachsen und Thüringen zu kurzzeitigen Arbeitsniederlegungen auf. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen bundesweit bereits über 15.000 Beschäftigte aus mehr als 80 Betrieben an Warnstreiks und Aktionen teil. - dpa

Rubriklistenbild: © Archivbild: dpa-avis

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