Kleinkind querschnittsgelähmt: Achteinhalb Jahre Jugendstrafe

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Der Angeklagte Elvir B. sitzt am Montag in einem Gerichtssaal des Landgerichts Göttingen auf der Anklagebank, während ein Justizbeamter hinter ihm steht. Das Gericht sprach den 24-Jährigen nach Jugendstrafrecht des zweifachen versuchten Totschlags schuldig. Er hatte im Juni 2009 seine frühere Lebensgefährtin und deren kleinen Sohn mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt.

Göttingen - Wegen Messerstichen auf seine Ex-Freundin und deren Sohn muss ein Mann aus Göttingen achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Göttingen sprach den zur Tatzeit 20 Jahre alten Angeklagten des zweifachen versuchten Totschlags schuldig.

Er hatte im Juni 2009 seine frühere Lebensgefährtin und den Jungen mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Der zur Tatzeit fünf Jahre alte Junge ist seitdem querschnittsgelähmt.

Ein eindeutiges Motiv für die Tat habe das Gericht nicht feststellen können, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Kammer habe jedoch Anhaltspunkte dafür, dass der 24-Jährige aus gekränkter Eitelkeit gehandelt habe, nachdem seine Ex-Freundin ihn abgewiesen habe. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre, die Verteidigung sechseinhalb Jahre Jugendstrafe gefordert.

Der Angeklagte war im Juni 2009 nachts gewaltsam in die Wohnung seiner Ex-Freundin eingedrungen. Im Streit hatte er ein 30 Zentimeter langes Küchenmesser mit 18 Zentimeter langer Klinge geholt und dies dem kleinen Jungen zweimal in den Rücken gestoßen. Auf die Frau stach er achtmal ein. Dreimal davon traf er die Lunge. Danach war er nach Mazedonien geflüchtet. Dort wurde er sieben Monate später gefasst.

In einem ersten Prozess hatte das Landgericht den Angeklagten wegen zweifachen versuchten Mordes zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hatte diese Entscheidung jedoch wegen fehlender Mordmerkmale aufgehoben und den Fall zur Neuverhandlung an eine andere Kammer des Landgerichts verwiesen.

Die Richter in dem neuen Prozess kamen auf der Grundlage eines Sachverständigengutachtens zu dem Schluss, dass der Angeklagte zur Tatzeit Reifeverzögerungen hatte, weswegen Jugendrecht angewendet werden musste.

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