Schreckliches Ende einer Straftat

Räuber verunglückt auf der Flucht tödlich

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Die Sprengung eines Geldautomaten in der Meppener Sparkassen-Filiale zersplitterte auch die Fensterscheiben.

Meppen - Von Elmar Stephan. Eine filmreife Flucht findet ein tragisches Ende: Ein mutmaßlicher Geldautomaten-Knacker stirbt bei einem Unfall, zwei weitere werden verletzt, einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr.

Eine Explosion in der Nacht, Motorengeheul, quietschende Reifen - und dann ein schwerer Unfall, ein Toter und ein lebensgefährlich Verletzter. Was aus einem Hollywood-Thriller stammen könnte, geschieht in der emsländischen Kreisstadt Meppen am frühen Mittwochmorgen ganz real: Gegen 4.20 Uhr sprengen drei Männer in einer Sparkassen-Filiale den Geldautomaten, springen mit dem erbeuteten Geld in ein gestohlenes PS-starkes Auto und brausen davon. Wenig später kann der Fahrer den Wagen offensichtlich nicht mehr kontrollieren und prallt erst gegen einen entgegenkommenden Lastwagen und dann gegen einen Baum.

Den Einsatzkräften der freiwilligen Feuerwehr inMeppen, die zuerst an der Unglücksstelle sind, bietet sich ein schrecklicher Anblick. Das Auto sei stark zerstört gewesen, schildert Meppens Stadtbrandmeister Norbert Konen. „Der Fahrer war schwer eingeklemmt, und entsprechend anspruchsvoll waren die Rettungsmaßnahmen.“ Der Aufprall auf den Baum habe zu den schlimmen Unfallfolgen geführt.

Mit einer Rettungsschere und einem Rettungsspreizer muss der Fahrer befreit werden. Für den Beifahrer kommt jede Hilfe zu spät, der Fahrer kommt ins Krankenhaus. Er rang mit dem Tod.

Rettungskräfte bergen an der Unfallstelle zwei Männer aus dem verunglückten Fahrzeug.

Der dritte Mann aus dem Wagen versucht nach Informationen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit einem Taxi zu fliehen. Der Fahrer wird ob des blutverschmierten Mannes aber misstrauisch und ruft die Polizei, die den Fahrgast in der Meppener Innenstadt festnimmt. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück beantragt gegen beide Überlebende beim Amtsgericht Haftbefehle. Die Männer sind aus den benachbarten Niederlanden nach Deutschland eingereist.

Im Emsland und der Grafschaft Bentheim gab es seit dem vergangenen Juni 18 Sprengungen von Geldautomaten, inklusive Versuche. In ganz Niedersachsen wurden in diesem Jahr sechs Geldautomaten gesprengt, 18 im vergangenen Jahr, sagt der Sprecher des niedersächsischen Landeskriminalamtes, Frank Federau. Der Schaden für die Geldinstitute gehe in die Millionen. Mitte Dezember richtete das LKA eine 15-köpfige Sonderkommission ein.

Eine Tüte mit Bargeld aus dem Geldautomaten wurde an der Unfallstelle sichergestellt.

Die Kriminalisten des LKA machen drei Tätergruppen aus: eine aus den Niederlanden, eine weitere aus Polen und bei einer dritten Gruppe handele es sich um Nachahmungstäter, sagt Federau. „Die weitaus größte Gruppe kommt aus den Niederlanden.“ Die Täter handeln schnell: Sie spionieren eine Bank oder Sparkasse aus und schlagen bei einer günstigen Gelegenheit nachts zu. Sie leiten ein brennbares Gas mit Schläuchen in die Automaten und lösen dann die Explosion aus. Mit einem gestohlenen Auto fliehen sie. Gefährdet werden mit dieser Methode nicht nur die Anwohner. „Auch die Flucht selber hat immer ein großes Gefahrenpotenzial“, sagt van Remmerden.

Am meisten betroffen von den Geldautomaten-Knackern ist Nordrhein-Westfalen, wo es allein in diesem Jahr 24 Taten gab. Die Banken in den Benelux-Staaten und Frankreich hätten inzwischen die meisten Geldautomaten technisch so verändert, dass man mit einer Sprengung nicht mehr ans Geld kommt, sagte der Sprecher des LKA in NRW, Frank Scheulen. Er spricht von rund 250 Menschen mit Migrationshintergrund, die bandenmäßig in den Niederlanden organisiert seien: „Aufgrund der mangelnden Tatgelegenheiten weichen sie nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen aus.“

Eine einfache, aber wirksame Präventionsmöglichkeit für Banken auf dem Lande sei beispielsweise, nachts den Zugang zu Geldautomaten zu versperren

dpa

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