ADAC will bessere Baustellenplanung

Mehr Staus in Niedersachsen

Hannover - Der ADAC fordert eine bessere Planung von Autobahnbaustellen. Die Staus haben nach Erhebung des Automobilclubs in Niedersachsen weiter zugenommen. Am Donnerstag ist die Koordinierung von Baustellen und der Ausbau der Autobahnen auch Thema im Landtag.

Angesichts einer Zunahme von Autobahnstaus in Niedersachsen hat der ADAC eine bessere Baustellenplanung verlangt. Die Arbeiten auf Autobahnen und Bundesstraßen sollten besser aufeinander abgestimmt und notfalls auch nachts und an Wochenenden vorgenommen werden, teilte der ADAC am Dienstag mit. Mit der Problematik beschäftigt sich am Donnerstag auch der Landtag in Hannover. Die Regierungsfraktionen von SPD und CDU fordern, dass der Autobahnbau vorangetrieben und die Koordination von Baustellen verbessert wird, um Staus zu vermeiden. 

Die Länge aller Staus in Niedersachsen wuchs nach den ADAC-Daten im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 6241 Kilometer auf 121 460 Kilometer an. Den Spitzenplatz in der Staubilanz in Niedersachsen belegte die A2. 

ADAC: A2 am Rande ihrer Kapazität

Auf der vielbefahrenen Ost-West-Achse gab es demnach 1644 Staus alleine auf drei besonders problematischen Abschnitten. Das waren der Bereich zwischen Hämelerwald und Lehrte-Ost, das Stück zwischen Braunschweig-Nord und Braunschweig-Hafen sowie der Abschnitt zwischen Wunstorf-Kolenfeld und Bad Nenndorf. 

Die A2 sei am Rande ihrer Kapazität, erklärte der ADAC. Schwerste Unfälle, Verletzte und Tote in den Baustellen-Bereichen zeigten den dringenden Handlungsbedarf. In den letzten Tagen wieder gab es mehrere schwere Unfälle mit Toten und Schwerverletzten. 

Als konkrete Maßnahmen fordert der ADAC neben einer besseren Koordination und einer Verkürzung der Bauzeiten auch eine Kontrolle der Baustelleneinrichtung. Geprüft werden solle, ob Beschilderungen sinnvoll und für die Autofahrer verständlich seien. Geschaut werden müsse auch, ob die Fahrspuren zu erkennen seien und die Gelb-Markierung auf dem Asphalt hält. Um zu einer besseren Abstimmung aller Beteiligten zu kommen, hat der ADAC für Anfang Februar Gespräche mit der Straßenbaubehörde, Polizei sowie Stadt und Region Hannover initiiert. 

Psychologisches Gutachten zur Autobahngestaltung

„Wir haben schon eine ganze Menge gemacht", erklärte die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht Niedersachsen, Cornelia Zieseniß, am Dienstag zu der Stau- und Unfalllage auf den Autobahnen, insbesondere auf der A2. Regelmäßig berate die „Werkstatt Autobahn" mit verschiedenen Beteiligten von Polizei, Ministerien und Straßenbaubehörden über die Problematik. Mit großen Schildern werde schon weit im Voraus vor Baustellen gewarnt. Außerdem wurde im vergangenen Jahr ein psychologisches Gutachten erstellt mit Empfehlungen, was an der Gestaltung der Autobahn noch verändert werden kann, damit es nicht zu schlimmen Unfällen kommt. 

"Wir müssen zu einer besseren Kommunikation zwischen den einzelnen Bauträgern kommen", räumte Zieseniß ein. Im Moment sei viel Geld da und es werde viel gebaut, da laufe die Absprache zwischen Arbeiten etwa an Landes- oder Bundesstraßen und Autobahnen nicht immer optimal. Der ADAC-Vorschlag, Arbeiten konzentriert am Wochenende und nachts durchzuführen, lasse sich dann umsetzen, wenn es geeignete Umleitungsstrecken gebe. An vier Wochenenden sei im Sommer etwa an der A8 in München gearbeitet worden, der Verkehr wurde umgeleitet.

Stauschwerpunkt beim Dreieck Walsrode und Bad Fallingbostel

Für eine nachhaltige Entlastung der A2 sei der umstrittene Bau der A39 von Wolfsburg nach Lüneburg nötig, sagte die Verkehrswacht-Chefin. „Am besten wäre, wenn wir eine Autobahn Richtung Norden hätten." Sowohl auf der A2 bei Hannover als auch auf der A7 Richtung Hamburg gebe es weniger Verkehr, wenn die A39 durchgängig ausgebaut sei. Ein weiteres Sorgenkind was Staus angeht ist aus ADAC-Sicht neben der A2 die A7 in Richtung Norden. Dort staute es sich besonders oft im Bereich der Langzeitbaustelle zwischen Schwarmstedt und Westenholz sowie zwischen dem Dreieck Walsrode und Bad Fallingbostel. Stauschwerpunkt in Bremen war nach der ADAC-Erhebung im vergangenen Jahr die A1 auf den Abschnitten Hemelingen-Arsten-Bremen/Brinkum sowie zwischen dem Dreieck Stuhr und Groß Ippener. 

Im bundesweiten Vergleich die meisten Staus im Verhältnis zu den vorhandenen Autobahnkilometern gab es in Berlin und Hamburg. Bei den Flächenländern stehen weiterhin Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg an der Spitze. In Niedersachsen und Bremen ist das Staugeschehen nach dieser Berechnung unterdurchschnittlich. - dpa

Rubriklistenbild: © Archivbild: Julian Stratenschulte/dpa

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