Gleichstellung

Mehr Menschen mit Behinderung sollen im Landesdienst arbeiten

Hannover - Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen sollen verstärkt in Ministerien und in den Landesdienst eingestellt werden. Das hat Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) am Donnerstag in Hannover angekündigt.

Die Maßnahme ist Teil eines Aktionsplans für 2017 und 2018 mit rund 200 Projekten aus den Bereichen Arbeit, Pflege, Bildung und Gesundheit. Damit soll behinderten Menschen das Leben erleichtert und die UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 in Niedersachsen umgesetzt werden.

In Niedersachsen hat nach Angaben des Sozialministeriums rund jeder sechste Bürger eine Behinderung, insgesamt rund 1,34 Millionen Menschen.

In einer Fachkommission erarbeiteten Betroffene und deren Verbände seit 2013 die Pläne zusammen mit der Landesregierung. Ein weiteres Ziel ist es, Gebäude und Gerichte behindertengerecht zu machen, zum Beispiel durch Rampen neben Treppen oder Aufzügen. Auch Senioren und Familien mit Kinderwagen würden davon profitieren, sagte Rundt. "Es ist der Anfang eines großen Prozesses, von dem alle etwas haben." Die alten öffentlichen Gebäude könnten zwar nicht vom einen auf den anderen Tag umgebaut werden. Neubauten müssten aber barrierefrei sein.

„Wir hoffen, dass auch Kommunen Aktionspläne erstellen“

"Menschen mit Behinderung haben das gleiche Recht, in allen Lebensbereichen teilzuhaben", sagte die Behindertenbeauftragte des Landes, Petra Wontorra. Zu den Maßnahmen gehört daher auch, Kinder mit Behinderung am Schulsport zu beteiligen, Informationen von Behörden in einfacher Sprache anzubieten oder eine Beschwerdestelle für den öffentlichen Nahverkehr einzurichten.

Hans-Werner Lange, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverbandes begrüßte, dass die Pläne verbindlich sind. Nach langen Diskussionen seien dies machbare und dringend notwendige Maßnahmen. "Wir hoffen, dass auch Kommunen Aktionspläne erstellen", sagte Lange. Nach Angaben der Sozialministerin soll ab Ende dieses Jahres bereits über den nächsten Aktionsplan beraten werden.

dpa

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/Archiv/dpa

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