Hannover bekommt sein Schloss Herrenhausen zurück / Volkswagen-Stiftung gibt 20 Millionen Euro / Tagungszentrum

„Mehr als 50 Jahre darauf gewartet“

Der Siegerentwurf zur Rekonstruktion des Schlosses Herrenhausen (Gartenansicht) in Hannover.

Von Sigrun Stock · Berlin bekommt nach langem Streit sein Stadtschloss zurück, Potsdam rekonstruiert seine Residenz – da will auch Hannover nicht zurückstehen. 2012 soll in den berühmten Herrenhäuser Gärten das Schloss wieder stehen, das 1943 ausgebombt wurde.

Hannover bekommt sein Schloss zurück. Gestern sind erstmals konkrete Entwürfe für den Wiederaufbau der Residenz neben den königlichen Gärten in Herrenhausen vorgestellt worden. Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) geriet dabei regelrecht ins Schwärmen. „Hannover wird damit eine weitere Touristenattraktion bekommen“, sagte Weil. Die Herrenhäuser Gärten seien eine „Perle“, der Wiederaufbau des Schlosses von zentraler Bedeutung: „Darauf warten viele Menschen in Hannover seit mehr als 50 Jahren.“

Freilich hätte sich die niedersächsische Landeshauptstadt den Wiederaufbau des Schlosses aus eigenen Mitteln nie leisten können. Die Idee, den klassizistischen Bau zu rekonstruieren, blieb jahrelang ein Wunschtraum. Dann jedoch griff die Volkswagen-Stiftung den Plan auf und versprach, das Projekt zu bezahlen – und plötzlich ging alles ganz schnell.

Anders als ihr Name suggeriert, ist die VW-Stiftung mit dem Wolfsburger Autobauer nur noch durch die Geschichte verbunden. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Eigentumsverhältnisse des VW-Werks unklar waren, einigten sich Land und Bund darauf, Volkswagen in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Der Erlös bildete den Grundstock für die Stiftung.

Heute ist die Volkswagen-Stiftung einer der finanzkräftigsten und wichtigsten Geldgeber für Forscher in Deutschland und so kann sie es sich auch leisten, mit 20 Millionen Euro den Wiederaufbau des Schlosses zu finanzieren. Die Stiftung plant hinter der historisierenden Fassade der Residenz ein modernes Tagungszentrum mit allen Finessen, unter anderem soll ein unterirdischer Hörsaal entstehen.

Das Architekturbüro Peter Kulka aus Dresden zeigte sich hier besonders originell, das unterirdische Auditorium mit Tageslicht zu versorgen. Die Planer entwarfen über dem Hörsaal einen großen runden Springbrunnen auf einer Glaskuppel, durch die Licht fließen kann. Zwar belegte das Dresdner Büro damit nur den dritten Platz. Doch welcher der drei Siegerentwürfe letztlich realisiert wird, entscheidet sich erst im Laufe des Sommers, sagte der Generalsekretär der VW-Stiftung, Wilhelm Krull. Den 1. Platz im Architektenwettbewerb belegte das Büro Jastrzembski Kotulla aus Hamburg, das bei der Verbindung von modernen Ideen und alter Architektur aus Jury-Sicht die überzeugendsten Lösungen präsentierte.

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