Mehr Armut in den Städten

Hannover - Städter sind stärker von Armut bedroht als die Menschen auf dem Land. So ist fast jeder fünfte Einwohner Hannovers armutsgefährdet, meldete das Landesamt für Statistik (LSKN) am Mittwoch.

In Bremen sind 18,1 Prozent betroffen, in Hannover 19,8. Spitzenreiter in Niedersachsen ist Göttingen, wo beinahe jeder vierte Einwohner gefährdet ist. Hier könnten allerdings die vielen Studenten den Einkommensdurchschnitt gesenkt haben, relativieren die Statistiker.

In ländlichen Gebieten liegt die Quote deutlich niedriger. Im Weserbergland etwa beträgt sie lediglich 13,2 Prozent. Der niedersächsische Landesdurchschnitt liegt bei 14,7 Prozent - nur wenig mehr als der bundesweite Mittelwert von 14,4 Prozent. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens der jeweiligen Region verdient. Die sogenannten Armutsgefährdungsquoten werden von den Statistischen Ämtern auf der Basis des Mikrozensus berechnet. Bedroht sind außer Erwerbslosen vor allem Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Ausländer und schlecht Ausgebildete. Auch ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen war 2008 betroffen, in Bremen sogar ein Drittel.

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