Sein erstes McDonald’s-Restaurant in Sulingen

Franchisenehmer: „2014 war unser bisher bestes Jahr“

+
Der Big Mac gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Produkten der Fast-Food-Kette McDonald‘s.

Osnabrück - Von Burkhard Peters. Christian Eckstein möchte kritischen Gästen schon den Wind aus den Segeln nehmen, bevor diese eines seiner Restaurants betreten. Er bilde aus, er zahle Mindestlohn und er verwende für seine Speisen Zutaten aus deutschen Landen und möglichst aus der Region, steht auf einem Schild an der Eingangstür zu lesen.

Eckstein ist einer von 237 Franchisenehmern, die ein McDonald’s-Restaurant betreiben. Für den Konzern das übliche Geschäftsmodell. Nur rund 15 Prozent seiner Filialen in Deutschland betreibt McDonald's in eigener Regie.

Der Unternehmer weiß, dass Kunden und Medien die Fastfood-Branche kritisch beäugen. Der Skandal bei einem Subunternehmer des Mitbewerbers Burger King um schlechte Hygiene und schlecht bezahlte Mitarbeiter färbt ab: „Die Kunden unterscheiden da nicht“, sagt Eckstein. Von der Krise, die McDonald’s auf dem US-Heimatmarkt in die Schlagzeilen bringt, spürt er nach eigenen Angaben nichts. „2014 war unser bisher bestes Jahr“.

Rückblende: Nach Abitur, Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr, Elektrotechnik-Studium und Berufspraxis bei einem Entsorgungsbetrieb erfüllt sich der Göttinger seinen Traum von der Selbstständigkeit und wird auf McDonald’s aufmerksam. Kein Zufall. „Als Jugendlicher habe ich immer auf einen Cheeseburger gespart“, erinnert sich der Unternehmer. Ein Besuch in den damals noch rar gesäten Filialen war teuer und „immer etwas Besonderes“. Nach einer Einarbeitungsphase bietet der Konzern Eckstein ein eigenes Restaurant an. „Aber nicht in Frankfurt, New York oder Tokio, wie erhofft“, erinnert sich der 51-Jährige. Der Konzern schickt den Neuling aufs Land, nach Sulingen in Niedersachsen, 1998 noch ein weißer Fleck auf der Fastfood-Landkarte. Drei Jahre später kommt der Standort Nienburg hinzu, fünf Jahre später übernimmt der Gastronom die Filiale Bassum.

Mittlerweile betreibt der sportliche Mann 22 Restaurants in einem Gebiet, das vom Bremer Umland, weiten Teilen Niedersachsens bis in den Großraum Osnabrück, das Emsland und bis nach Westfalen reicht. Innerhalb von 17 Jahren hat Eckstein einen Betrieb mit 1.250 Mitarbeitern – davon 80 Auszubildende – aufgebaut. Im vorigen Jahr ist ein neues Verwaltungsgebäude in Osnabrück hinzugekommen. Besucher führt der Chef gern persönlich durch die stylisch renovierten Räume in einer ehemaligen Konservenfabrik, zeigt das hauseigene Fitnessstudio und stellt den Fitnesscoach vor, der mit den Mitarbeitern trainiert. Mit vielen seiner Mitarbeiter duzt sich der Geschäftsführer. „Ich brauche gute Leute, und denen muss ich etwas bieten“, sagt Eckstein.

Als er vor 14 Jahren seinen ersten Auszubildenden in Sulingen einstellte, galt es unter jungen Menschen nicht eben als cool, eine Karriere in der Systemgastronomie zu starten. Um dennoch motivierte und qualifizierte Jugendliche zu gewinnen, stattet Eckstein seine Lehrlinge mit eigenen Dienstwagen aus – und schon trudelten Bewerbungen ein. Inzwischen sei es aber wieder schwieriger geworden, Mitarbeiter zu gewinnen. Also sieht sich Eckstein im Ausland um und holt Arbeitskräfte aus Rumänien. Mit der Fleischbranche und den dortigen katastrophalen Arbeitsbedingungen will der Unternehmer nicht in einen Topf geworfen werden. Er zahle seinen rumänischen Mitarbeitern den gleichen Lohn wie den einheimischen und stelle ordentliche Unterkünfte in herkömmlichen Mietwohnungen. Er müsse eben auf den Fachkräftemangel reagieren, um am Markt erfolgreich zu bleiben, sagt der Unternehmer.

Dazu gehören auch neue Konzepte. Als erster McDonald’s-Partner in Deutschland testet Eckstein einen Lieferservice in Osnabrück. „Das läuft gut.“ Und auch das Sortiment werde sich in den kommenden Jahren verändern. Allein mit Cheeseburgern, wie noch zu seinen Jugendtagen, lockt der Unternehmer keine Kunden in seine Restaurants.

Mehr zum Thema:

Alexander Zverev nun gegen Nadal - Djokovic ausgeschieden

Alexander Zverev nun gegen Nadal - Djokovic ausgeschieden

Die deutschen Promis bei der Berliner Fashion Week - Bilder

Die deutschen Promis bei der Berliner Fashion Week - Bilder

Grippewelle 2017: Die aktuelle Lage in Deutschland

Grippewelle 2017: Die aktuelle Lage in Deutschland

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Meistgelesene Artikel

Bombe: Strecke Hamburg - Harburg wird gesperrt 

Bombe: Strecke Hamburg - Harburg wird gesperrt 

Schiffsführer bei Zusammenprall mit Brücke tödlich verletzt

Schiffsführer bei Zusammenprall mit Brücke tödlich verletzt

Gleich drei Lovemobile ausgebrannt

Gleich drei Lovemobile ausgebrannt

Tierische Inventur im Zoo Hannover: Giraffe Juji ist die Größte

Tierische Inventur im Zoo Hannover: Giraffe Juji ist die Größte

Kommentare