Armwrestler Matthias Schlitte

Der Mann mit einem Riesenarm

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Armwrestler Matthias Schlitte hat zwei sehr unterschiedlich dicke Arme und will auch in diesem Jahr an der Europameisterschaft im Armwrestling teilnehmen, die in Sofia stattfindet.

Wolfsburg  - Von Valentin Frimmer. „Hellboy“ verzerrt das Gesicht und geht mit dem ganzen Oberkörper in den Kampf. Die Adern treten hervor. Er will den Arm seines Gegners mit aller Macht nach unten drücken. Die beiden jungen Männer schenken sich nichts.

Sie ringen um die Vorherrschaft auf dem kleinen Tischchen, auf dem sie ihre Ellenbogen abstützen. Willkommen beim Armwrestling, dem Armdrücken für Profis.

„Hellboy“ (Höllenjunge) heißt eigentlich Matthias Schlitte und ist Vize-Weltmeister. Gerade trainieren er und seine Mannschaftskollegen vom VfL Wolfsburg für die Europameisterschaft in Sofia Anfang Juni. Der 28-Jährige heißt nicht nur mit Kampfnamen wie ein Superheld. Er sieht auch aus wie einer.

Sein rechter Arm ist dick wie ein kräftiger Oberschenkel. Das mächtige Körperteil endet mit einer tellergroßen Pranke. Zugegeben, Männer mit dickenArmen gibt es einige. Aber Schlitte tanzt aus der Reihe. Denn sein anderer, linker Arm ist zwar auch muskulös, aber 15 Zentimeter dünner und unauffällig. Das liege auch an einem seltenen Gendefekt. „Der rechte Knochen ist seit meiner Geburt größer.“

Haltungsschäden oder einen schiefen Gang habe er dadurch nicht. „Der einzige Nachteil ist, ich kriege keine Sakkos von der Stange“, sagt Schlitte, der im Landkreis Börde (Sachsen Anhalt) wohnt und im Justizministerium in Magdeburg in der Verwaltung arbeitet. Vor Wettkämpfen trainiere er 5 - 6 Mal die Woche ein bis zwei Stunden.

Rund 200 aktive Armwrestler gibt es in Deutschland, schätzt der Chef des Deutschen Armwrestling Verbandes, Olaf Köppen. Die überwiegende Mehrheit sind Männer, aber auch einige Frauen messen sich. Der Sport sei noch nicht lange populär. „Das schwappte aus den USA rüber.“ Grund sei ein Film gewesen: Ende der 80er Jahre hatte Sylvester Stallone in „Over the Top“ einen kernigen Armwrestler gemimt.

Von der Harte-Kerle-Romantik des Films hat das Training in einem Fitness-Keller in Wolfsburg wenig. Die Technik ist ausgefeilt. Auf das Zeichen des Schiedsrichters geht es los. „So schnell wie möglich Kraft rein“, erklärt Schlitte. Alle hier haben sehr muskulöse Oberkörper, doch es gewinnt nicht der mit dem größten Bizeps. Die Neigung des Handgelenks spielt eine große Rolle und in welchem Winkel gedrückt wird. „Du versuchst, die Hand des Gegners vom Oberkörper wegzukriegen.“ Es wird versucht, dem Gegner die eigenen Vorlieben aufzudrängen. Verloren hat, wer zuerst unten ist.

Die Deutschen seien zwar im Kommen beim Armwrestling, sagt Verbandschef Köppen. Aber nicht so erfolgreich wie beim Fußball. Stark sei der Ostblock, besonders Russland. Dort gebe es auchPrämien für Siege. „Bei uns gibt es einen feuchten Händedruck.“ Einige der Armwrestler haben Kampfnamen wie Schlitte. Sie heißen „Hitman“, „The Specialist“ oder „The Future“.

Und was ist der Reiz am Armwrestling? Es sei eine Art Kampfsport, sagt Fabian Fäger (29), ein Vereinskollege und WM-Dritter in einer anderen Gewichtsklasse. Mann gegen Mann eben. „Du hast bei keinem anderen Sport auf der Welt längeren Körperkontakt als beim Armwrestling“, ergänzt Schlitte. Ein Kampf kann Minuten dauern. dpa

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