28 Schülerinnen und Schüler betroffen

Masern-Welle in Hildesheim: Schüler ohne Impfschutz bekommen Schulverbot

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Im Landkreis Hildesheim sind mehrere Menschen an Masern erkrankt. Eine Schule wird dabei besonders kontrolliert.

Im Kreis Hildesheim sind neue Masernfälle bekannt geworden. Ein Erkrankter war vor einigen Tagen in einer Schule. Die Behörde geht auf Nummer Sicher und überprüft, ob Schüler und Lehrer geimpft sind. Schüler ohne Impfschutz bekommen sogar Schulverbot.

  • Erneut Masern-Erkrankungen in Niedersachsen
  • Schule im Landkreis Hildesheim betroffen
  • Schule lässt Impfpässe von Mitarbeitern und Schülern kontrollieren 
  • Schulverbot für Schüler ohne Impfschutz

Update, 5. Dezember: Nach dem Auftreten neuer Masernfälle im Landkreis Hildesheim werden voraussichtlich 28 Schülerinnen und Schüler ohne ausreichenden Impfschutz ihre Schule vorerst nicht mehr betreten dürfen. Das Verbot gelte bis zum 20. Dezember, teilte der Landkreis am Donnerstag nach der Überprüfung des Impfstatus von Schülern und Beschäftigten mit. Bei zwei Lehrkräften seien die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Bis Mittwoch waren vier Menschen an Masern erkrankt, darunter auch ein Säugling aus dem Nachbarkreis Peine.

Originalmeldung, 4. Dezember: Hildesheim - Nach dem Auftreten neuer Masernfälle hat der Landkreis Hildesheim an einer Oberschule in Söhlde am Mittwoch den Impfstatus von Schülern und Beschäftigten überprüft. Kontrolliert wurden die Impfpässe von 328 Schülerinnen und Schülern sowie von 40 Lehrkräften und anderen Personen, wie der Landkreis mitteilte.

53 Schüler sowie 8 Lehrer und Mitarbeiter hatten demnach entweder keinen Impfpass dabei oder die Einträge waren unvollständig. Sie hätten bis Donnerstagnachmittag Zeit, einen ausreichenden Impfschutz oder ihre Immunität nach durchgemachten Masernerkrankungen nachzuweisen. Anderenfalls dürften sie die Schule zunächst nicht mehr betreten.

Masern im Landkreis Hildesheim: Mann steckt sich in Thailand an

Am vergangenen Freitag hatte eine an Masern erkrankte Person den Adventsbasar der Schule besucht. Diese hatte sich selber unbemerkt mit Masern angesteckt, nachdem sie flüchtigen Kontakt mit jemandem hatte, der sich bei einer Thailand-Reise mit der Krankheit infizierte. Die Person hatte auch einen Säugling aus dem Nachbarlandkreis Peine angesteckt, mit dem er zufällig zusammengetroffen war, und eine weitere aus seinem Bekanntenkreis. Damit waren vier Menschen an Masern erkrankt.

Basar-Besucher sollen zum Arzt gehen

Das Gesundheitsamt des Landkreises rät allen ungeschützten Besuchern des Adventsbasars der Oberschule, einen Arzt aufzusuchen. Sollte sich jemand dort angesteckt haben, dürfte er oder sie ab kommenden Montag erste Krankheitsanzeichen wie Husten, wässriger Schnupfen oder Bindehautreizung haben, prognostizieren die Ärzte. Danach folgen die für Masern typischen Hautflecken. 

Wer diese Symptome habe, sollte vor einem Arztbesuch die Praxis anrufen, damit sich dort niemand infiziert. Ansteckend sind die Erkrankten schon drei bis fünf Tage vorher. Nach derzeitigem Wissensstand waren die Erkrankten aus dem Kreis Hildesheim nicht geimpft oder durch eine vorherige Masernerkrankung immunisiert.

Masern in Niedersachsen: 89 Menschen 2019 erkrankt

Den Angaben des Landesgesundheitsamts Niedersachsen sind seit Jahresbeginn landesweit 89 Menschen an Masern erkrankt - so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Etwa die Hälfte der Fälle zählte zu einem großen Ausbruch der Masern im Frühjahr im Landkreis Hildesheim

Der Bundestag hat Mitte November eine Masern-Impfpflicht für Kinder wie für Angestellte in Schulen und Kitas beschlossen. Das gilt auch für Flüchtlingsunterkünfte und Gesundheitseinrichtungen, berichtet kreiszeitung.de*.

Bundestag ermöglicht Reihenimpfungen gegen Masern

Um die Masern-Impfpflicht umzusetzen, dürfen künftig alle Ärzte impfen. Also Kinderärzte auch die Großeltern und Frauenärzte auch den Partner, wie Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar (SPD) hervorhob. Außerdem sollen freiwillige Reihenimpfungen in Schulen erleichtert werden. Dabei lag bei Schuleingangsuntersuchungen die Impfquote laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei der ersten Impfung 2017 bei rund 97 Prozent

Um Masern-Erkrankungen zu verhindern, hat der Bundestag die Impfpflicht eingeführt.

Bei der zweiten Impfung waren es aber knapp 93 Prozent. Um die Zirkulation der Masern-Erreger zu verhindern, ist bei mindestens 95 Prozent der Bevölkerung Immunität erforderlich, wie die Regierung erklärte. In diesem Jahr sind laut der Online-Datenbank des RKI in Deutschland bisher 501 Menschen an Masern erkrankt.

dpa

*kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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