Attentat auf britische Kaserne in Osnabrück

Mann muss mehr als 21 Jahre nach IRA-Anschlag vor Gericht

Osnabrück - Mehr als 21 Jahre nach einem Terroranschlag der nordirischen Untergrundorganisation IRA auf eine britische Kaserne in Osnabrück muss sich ein 48-Jähriger vor Gericht verantworten.

Wie das Landgericht Osnabrück am Mittwoch mitteilte, startet der Prozess wegen versuchten Mordes gegen den in Belfast geborenen Mann am 26. Juli. Angesetzt sind bis Dezember 14 Fortsetzungstermine. Der Mann war im Dezember nach Überstellung durch irische Behörden am Frankfurter Flughafen festgenommen worden.

Der 48-Jährige soll als Mitglied einer Abspaltung der IRA (Irisch-Republikanische Armee) am 28. Juni 1996 mit mindestens vier Komplizen einen Anschlag auf die "Quebec Barracks" in Osnabrück-Eversburg verübt haben. Wie durch ein Wunder wurden bei dem Attentat keine Menschen verletzt. Von einem Kleinlastwagen aus wurden drei Mörsergranaten auf die Kaserne abgefeuert. Zwei explodierten nicht, die dritte Granate explodierte direkt neben der Tankstelle der Kaserne. Einer der Täter wurde bereits 2003 vom Oberlandesgericht in Celle zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Auf die Quebec-Kaserne war bereits 1989 ein Anschlag verübt worden.

Ziel der IRA war der Abzug der britischen Truppen aus Nordirland und die Errichtung einer gesamtirischen Republik. Die IRA verkündete 2005 den Verzicht auf Gewalttaten, nachdem 1998 das Karfreitagsabkommen offiziell den Konflikt um Nordirland beendete.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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