Behörden-Wahnsinn

Mann kauft Fluthelfern für 95.000 Euro Bier – und darf Spende nicht absetzen

Nach der Flutkatastrophe gründet Thomas Pütz das „Helfer-Shuttle“, versorgt die Freiwilligen selbst – auch mit Bier für 95.000 Euro. Nun gibt es Behördenärger.

Bad Neuenahr – Als im Frühjahr die Flutkatastrophe über Bad Neuenahr-Ahrweiler hereingebrochen war, brauchte es viele fleißige Hände, um die Schäden auch nur ansatzweise unter Kontrolle bekommen zu können. Der 39-jährige Thomas Pütz hat sich dabei als wahrer Held ausgezeichnet, er gründete das Helfer-Shuttle, das bis zu 3000 Unterstützerinnen und Unterstützer täglich ins Flutgebiet gebracht habe. Sogar für die Verpflegung der Helferinnen und Helfer hat Pütz gesorgt, doch genau das wird dem vierfachen Vater nun zum Verhängnis.

StadtBad Neuenahr-Ahrweiler
Bevölkerung27.427
Fläche63,4 km²
Höhe99 m

Hunderten Fluthelfern für 95.000 Bier gekauft – Finanzamt erkennt Spende nicht an

Helfer und Spender Pütz hat seine Spendenrechnung ohne die deutschen Behörden gemacht: Absetzen ist nicht. Das geht zwar mit Wasser und Limonade, gilt aber offenbar nicht für Bier. Davon besorgte Pütz für die Freiwilligen seines Helfer-Shuttles Mengen zum Kostenpreis von insgesamt 95.0000 Euro – die Helfer waren über Wochen im Einsatz. Auf den Kosten dafür bleibe er nun sitzen, denn die Behörden würden keine alkoholischen Getränke erstatten.

Thomas Pütz (l.) erhielt viel Anerkennung für seine Fluthilfe, aber bleibt nun auf hohen Kostenbergen sitzen.

Ein ziemlich teures Desaster für einen freiwilligen Helfer. Doch Pütz zeigt sich dennoch nicht reumütig: „Die Helfer hatten sich das Bier redlich verdient. Und es war gut für die Stimmung. Ich bereue nichts!“, erklärte der Fluthelfer. „Ich wollte helfen, habe die Fahrdienste gegründet und Verpflegung für die fleißigen Helfer gekauft, auch Bier. Ich hatte gedacht, dass ich sämtliche Kosten abrechnen kann und alles ersetzt bekomme.“

Thomas Pütz will trotz 95.000 Euro Unkosten für Bier keine Spenden

Doch auch, wenn Pütz selbst für das Bier zahlen muss, wurde er bereits vom Land Rheinland-Pfalz für sein Engagement nach der Flutkatastrophe mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet. Bei der Verleihung machte Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt von der FDP auf die „einzigartige Plattform“ aufmerksam, die Pütz mit seiner Organisation „Helfer-Shuttle“ geschaffen habe. Auch aus Niedersachsen gab es viele Hilfskationen nach der Flut, so ist beispielsweise ein Trecker-Konvoi bestehend aus Hunderten Landwirtinnen und Landwirten in das Flutgebiet gefahren*, um zu unterstützten. Ein Syker Unternehmerpaar sammelte zudem Sachspenden für Flutopfer*. Zeitweise wurden Helferinnen und Helfer sogar aus dem Flutgebiet weggeschickt, weil es zwischenzeitlich mehr Freiwillige als Aufgaben gab.

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Bitte kommt mir jetzt nicht mit Spenden, andere haben viel größere finanzielle Probleme. Ich packe das schon.

Thomas Pütz, Gründer des „Helfer-Shuttles“ und Bierspender

„Diese Auszeichnung freut mich natürlich sehr. Den Orden nehme ich stellvertretend für alle Helfer im Ahrtal an. Nur, bitte kommt mir jetzt nicht mit Spenden, andere haben viel größere finanzielle Probleme. Ich packe das schon!“, so Thomas Pütz über seine Auszeichnung sowie den Bier-Reinfall mit der Steuer. Schön, dass er die Sache nicht ganz so bierernst nimmt wie der Fiskus – und trotz allem großzügig bleibt.* kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Volker Stahl / Facebook

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