Urteil in Oldenburg

Mädchen (5) stirbt fast bei Reitunfall: Ponyhof zu Schmerzensgeld verurteilt

Ein kleines Mädchen wird bei einem Reitunfall schwer verletzt. Nun entschied ein Gericht in Oldenburg: Der Reiterhof muss der Familie Schmerzensgeld bezahlen.

Oldenburg – Nach einem schweren Reitunfall auf einem Ponyhof, bei dem eine Fünfjährige schwer verletzt wurde, hat das Oberlandesgericht Oldenburg am Donnerstag, 24. Juni 2021, den Betreiber zu einer Schmerzensgeld-Zahlung verdonnert. Gleichzeitig wurde die Berufung des Ponyhofs abgelehnt. Die Familie des Mädchens soll 10.000 Euro erhalten.

Tier: Hauspferd
Lebenserwartung:25 – 30 Jahre
Gewicht:380 – 1.000 kg (Erwachsener)
Geschwindigkeit:88 km/h (Maximum, Spurt)
Höhe:1,4 – 1,8 m (Erwachsener, Widerristhöhe)
Täglicher Schlafbedarf:2,9 Stunden (Domestiziert)

Was war geschehen? Die Mutter des Mädchens hatte das Pony ausgeliehen und das Tier an einem Strick geführt, als es sich in einem Waldstück plötzlich losriss. Das Mädchen stürzte vom Pony, erlitt innere Verletzungen und musste im Krankenhaus reanimiert werden.

Landgericht Oldenburg: Ponyhof muss für Reitunfall haften

Die Mutter habe zwar die Aufsichtspflicht über das Pony übernommen, aber beweisen können, dass ihr kein Mitverschulden anzulasten sei, teilte das OLG mit. Das Landgericht hatte zuvor dem Mädchen und der Mutter recht gegeben, wogegen der Ponyhof Berufung einlegte, da er zumindest ein hälftiges Mitverschulden der Mutter sah.

Eine Fünfjährige kommt bei einem Reitunfall fast ums Leben. Jetzt muss der Ponyhof Schmerzensgeld zahlen.

Aus Sicht des 8. Zivilsenats des OLG durfte die Frau aber davon ausgehen, dass ein Pony, das zum Ausreiten vermietet werde, eine gewisse Routine bei Ausritten habe und im Gelände nicht besonders gesichert werden müsse. Sie habe keine Möglichkeit gehabt, das Tier zu stoppen oder ihre Tochter rechtzeitig vom Sattel zu heben.

Schwer verletzte Fünfjährige: Immer wieder Reitunfälle in Niedersachsen

Der Ponyhof hafte deshalb voll für den Unfall. Das in der Vorinstanz vom Landgericht erlassene Schmerzensgeld von 10.000 Euro sei der Höhe nach angemessen. Die Entscheidung ist rechtskräftig. Das Urteil erging bereits am 26. November 2020.

Im Pferdeland Niedersachsen kommt es immer wieder zu Unfällen mit den Reittieren. In Bassum muss eine 14-Jährige nach einem Reitunfall mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Im Kreis Harburg fällt ein Rentner vom Pferd und stirbt. Auf Fehmarn wird ein Kind schwer verletzt, als es vom Pferd stürzt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich

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