Antrags-Wirr-Warr im Gefängnis

Fall Maddie Mccann: Polizei findet Kleingärten von verdächtigem Christian B. – dieser reagiert auffällig

  • Johanna Ristau
    vonJohanna Ristau
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Ihre Eltern machen seit 13 Jahren die Hölle durch: Im Jahr 2007 verschwindet die damals 3-jährige Maddie McCann von einer Ferienanlage in Portugal. Die Spur führte die Polizei zuletzt nach Hannover, dann nach Braunschweig, wo der Verdächtige Christian B. jeweils einen Kleingarten angemietet hatte. Dieser verhält sich seltsam.

  • Polizei Niedersachsen hat neue Spur im Fall Maddie.
  • Sie führt die Ermittler des BKAs in einen Schrebergärten in Hannover und Braunschweig.
  • Maddie-Verdächtiger Christian B. verhält sich in der JVA Kiel äußerst seltsam.

Update vom 31. Juli 2020, 14 Uhr: Braunschweig – Nach dem Fund des zweiten Kleingartens vom Hauptverdächtigen Christian B. (43) im Fall Maddie McCann halten die Ermittler sich bedeckt, während die Ergebnisse der Grabungen in Hannover und Braunschweig noch ausgewertet werden.

Allerdings macht der mutmaßliche Entführer selbst nun mit einem Antrags-Wirr-Warr von sich reden. Christian B., der momentan eine siebenjährige Haftstrafe wegen Drogenhandels absitzt und eigentlich noch bis zum 7. Januar 2021 in der JVA Kiel ausharren muss, stellte zunächst einen Antrag auf vorzeitige Entlassung. Am 28. Juli allerdings – am ersten Tag der Grabungen in seinem Kleingarten in Hannover! – zog er ihn zurück.

Jetzt, wo die Beamten auch noch seine Kleingarten-Parzelle in Braunschweig entdeckt haben (siehe unten für mehr Details), stellt er ihn aber erneut. Christian B. wirkt hin- und hergerissen – aus Angst vor den aktuellen Ermittlungen? Allerdings nimmt Oberstaatsanwältin Stephanie Gropp aus Flensburg ihm jetzt ohnehin die Hoffnung auf vorzeitige Entlassung: „B. kommt als Bewährungsversager nicht für eine vorzeitige Entlassung infrage“, sagt sie der „Bild".

Die Polizei durchsuchte Christian B.s Kleingarten in Hannover. Maddies Eltern Kate und Gerry McCann hoffen auf baldige Gewissheit über das Leben ihrer entführten Tochter. (24hamburg.de-Montage)

Fall Maddie führt nach Braunschweig: Polizei findet nächsten Kleingarten von Christian B. – Vermieter packt aus

Update vom 30. Juli 2020, 15 Uhr: Braunschweig – Nachdem die Ermittler zwei Tage einen Kleingarten zwischen Hannover-Ahlem und Seelze-Letter durchsucht und durchgraben haben, gibt es jetzt eine neue Spur. Der Verdächtige im Fall Maddie McCann hatte zuletzt auch zwischen Oktober 2013 und April 2016 einen Kleingarten in Braunschweig angemietet. Jürgen Krumstroh, Vorsitzender des Gartenvereins Kennelblick, sagte der „Bild“ (hinter Bezahlschranke): „Er war eigentlich unauffällig. Ein, zwei Mal hat er auch ein Bier mitgetrunken.

Stadt:Braunschweig
Fläche: 192,1 km²
Höhe: 75 m
Bevölkerung: 248.292 (2019)

Aber sein Abgang war seltsam. Er gab mir morgens die Kündigung und dann war er weg.“ Als Krumstroh Anfang Juni sein Fahndungsfoto seines Ex-Pächters sah, traf es ihn wie ein Schlag: „Er war immer freundlich und hat seine Gartenarbeit gemacht. Ich war geschockt, als ich bei der neuen Fahndung nach Maddie im Frühjahr auf einmal sein Bild gesehen habe.“ Obwohl Krumstroh mit Polizeidurchsuchungen in seiner Anlage zu rechnen hat, hoffe er, dass bald Hinweise gefunden werden. Der Vorsitzende der Kleingartenanlage zu „Bild“: „Hoffentlich findet die Polizei bald etwas, um ihn zu überführen.“

Eine neue Spur im Fall Maddie führt in einen Kleingarten nach Braunschweig.

Fall Maddie: Schockierender Fund nach Ausgrabungen – Polizei entdeckt Geheimverlies

Update vom 29. Juli 2020, 13:30 Uhr: Hannover – Die Ermittler sind einen Schritt weiter gekommen im Fall Maddie McCann. Seit Dienstag, 28. Juli 2020 graben die Beamten mit Baggern und Raupen Erde aus dem Boden einer Kleingarten-Parzelle zwischen Hannover-Ahlem und Seelze-Letter. Am Mittwoch, 29. Juli 2020, werden die Grabungen fortgesetzt. Der Fund bis jetzt: laut „Bild“ sind die Ermittler auf ein unterirdisches Geheimverlies gestoßen, das einst zu der Parzelle gehört haben könnte. Der verdächtige Christian B., der momentan noch wegen Vergewaltigung und Drogenhandel im Knast sitzt, lebte nur fünf Kilometer von der Kleingartenanlage entfernt. Einen konkreten Ergebnisstand veröffentlicht die Polizei bislang nicht. Die Grabungen dauern an.

Wurde Maddie McCann in einem Schrebergarten in Hannover verbuddelt? Ermittler durchsuchen die Parzelle mit Baggern. (24hamburg.de-Montage)

Fall Maddie: Polizei durchsucht Kleingarten-Parzelle in Hannover – Bagger im Einsatz

Hannover – Seit den frühen Morgenstunden des Dienstags, 28. Juli 2020, suchen Bundeskriminalamt (BKA) und Polizei Niedersachsen in einer Kleingarten-Parzelle zwischen Hannover-Ahlem und Seelze-Letter nach Hinweisen. Beängstigend: Die Ermittler sind mit Baggern unterwegs, die in dem Schrebergarten in der Erde wühlen. Gibt es Hinweise darauf, dass die kleine Maddie dort begraben wurde? Alles deutet darauf hin. Der Einsatz steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen Mordes gegen den Verdächtigen Christian B., verkündet die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Stadt:Hannover
Fläche: 204 km²
Bevölkerung: 532.163 (2016)
Bürgermeister: Belit Onay

Fall Maddie: Polizei Niedersachsen sucht in Schrebergarten in Hannover nach Hinweisen

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig: „Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit unseren Ermittlungen im Fall Maddie McCann.“ Was allerdings genau dort gesucht wird, ist nicht bekannt. Auch welche Verbindung der Tatverdächtige, der momentan wegen Drogendelikten und schwerer Vergewaltigung an einer 72-Jährigen eine siebenjährige Haftstrafe absitzt, zu der Kleingartenanlage hat, ist unklar. Die Suche soll am Mittwoch, 29. Juli 2020 fortgesetzt werden.

Fall Maddie führt nach Hannover: So geriet Deutscher Christian B. ins Visier der Emittler

Am 3. Mai 2007 sitzen Maddies Eltern in einer Tapas Bar in der Hotelanlage im portugiesischen Praia da Luz, als das Unglück seinen Lauf nimmt. Gegen 22 Uhr will Maddies Mutter im Hotelzimmer nach dem Rechten sehen. Und dann der Schock: Das Fenster steht offen, das Kind ist weg!

Zum Zeitpunkt der Entführung ist Christian B. erst dreißig Jahre alt, hält sich in der Zeitspanne zwischen den Jahren 1995 und 2007 vermehrt in der Region auf. Und: Sowohl in Deutschland als auch in Portugal wird er mehrmals straffällig. Schon damals hat er 17 Vorstrafen, unter anderem wegen Kindesmissbrauchs! Nach jahrelangen Ermittlungen gibt die Staatsanwaltschaft Braunschweig erst im Juni 2020 bekannt, dass sie wegen Verdacht des Mordes an Maddie McCann gegen den 43-jährigen Christian B. ermitteln. 24hamburg.de berichtet auch darüber, was ein Zellengenosse des verdächtigten Christian B. über ihn zum Fall Maddie gesagt hat. Christian B. selbst äußert sicht nicht zum Fall Maddie.

Erst am Wochenende hatte die Polizei in Hannover allerhand zu tun, als sie Jungs im Alter von elf und zwölf Jahren dabei erwischten, wie sie eine Schule komplett zerstörten. Ein anderer, äußerst rätselhafter Mordfall* ereignete sich am 27. Juli in Niedersachsen. * 24hamburg.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich, Steve Parsons/dpa

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