Willkürlich Schmerzmittel gespritzt - Rettungsassistent verliert Job

Lüneburg - Wer als Rettungsassistent Patienten ohne ärztliche Anweisung Schmerzmittel spritzt, ist für den Beruf ungeeignet und verliert die Zulassung. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss entschieden und damit eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover bestätigt (Az. 8 ME 213/15).

Die Richter wiesen den Eilantrag eines langjährigen Rettungsassistenten aus dem Raum Hannover zurück, dem die zuständige Behörde die weitere Ausübung des Berufs untersagt hatte, weil es ihm an der erforderlichen Zuverlässigkeit fehle. Der Rettungsassistent hatte einer Patientin ohne vorherige ärztliche Weisung einen venösen Zugang gelegt und dann zwei Schmerzmittel verabreicht. Bei der Frau war es dadurch zu Störungen der Feinmotorik, der Sprache und der bildlichen Wahrnehmung gekommen. Per Strafbefehl hatte der Rettungsassistent deshalb wegen vorsätzlicher Körperverletzung eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen erhalten.

Die Staatsanwaltschaft ermittelte zudem wegen eines weiteren vergleichbaren Falles. Aus dem Fehlverhalten des Rettungsassistenten müsse auf die mangelnde Zuverlässigkeit bei der Ausübung des Berufs geschlossen werden, heißt es im OVG-Beschluss. Patienten müssten darauf vertrauen dürfen, dass ihnen der nichtärztliche Rettungsdienst nicht ohne ärztliche Weisung willkürlich potenziell gefährliche Medikamente verabreicht. Erschwerend komme hinzu, dass der Rettungsassistent nicht ansatzweise Einsicht in sein Fehlverhalten gezeigt habe.
dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Das sind die Luxus-Karren der Stars

Das sind die Luxus-Karren der Stars

Buschbrände in Nordkalifornien weiter eingedämmt

Buschbrände in Nordkalifornien weiter eingedämmt

2. Erbhoflauf in Thedinghausen ein voller Erfolg

2. Erbhoflauf in Thedinghausen ein voller Erfolg

Die Top 20 Unternehmen mit der besten Vergütung in Deutschland

Die Top 20 Unternehmen mit der besten Vergütung in Deutschland

Meistgelesene Artikel

Landtagswahl 2017 - Vorstellung der Parteien

Landtagswahl 2017 - Vorstellung der Parteien

18-Jähriger beim Rasenmähen tödlich verunglückt

18-Jähriger beim Rasenmähen tödlich verunglückt

Tierschützer und Fischer entwickeln otterfreundliche Netze

Tierschützer und Fischer entwickeln otterfreundliche Netze

Retter im Ersten Weltkrieg: Neuseeländer will Deutschen danken

Retter im Ersten Weltkrieg: Neuseeländer will Deutschen danken

Kommentare