Mord an Gymnasiastin

19-Jährige in Lüneburg getötet: Staatsanwalt fordert zwölfeinhalb Jahre Haft für Angeklagten

Journalisten stehen zu Prozessbeginn im Saal vom Landgericht Lüneburg.
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Zum Prozessauftakt im Juni herrschte großer Medienrummel im Lüneburger Landgericht. Am Donnerstag, 9. September 2021, wird das Urteil gegen den 19-jährigen Angeklagten erwartet. (Archivbild)

Ein 19-Jähriger steht in Lüneburg vor Gericht, weil er in einem Auto seine gleichaltrige Freundin erstochen haben soll. Gefordert werden zwölfeinhalb Jahre Haft.

Lüneburg – Zurzeit muss sich vor der Jugendkammer des Landgerichts Lüneburg ein 19-Jähriger wegen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann vor, seine gleichaltrige Freundin im Januar dieses Jahres auf einem Parkplatz in ihrem Auto erstochen zu haben. Grund war anscheinend, dass sich die junge Frau von ihm trennen wollte. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von zwölfeinhalb Jahren für den 19-Jährigen gefordert. Die Nebenklage forderte aufgrund der besonderen Schwere der Schuld eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Stadt in Niedersachsen:Lüneburg
Fläche:70,4 Quadratkilometer
Einwohner:75.301 (Stand: 31. Dezember 2020)
Vorwahl:04131
Oberbürgermeister:Ulrich Mädge (SPD)

Zwar soll der 19-Jährige nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden, jedoch milder, weil er noch Heranwachsender sei, sagte Staatsanwalt Jochen Kaup am Donnerstag, 2. September 2021, vor der Jugendkammer des Landgerichts in Lüneburg. Auch solle dies geschehen, weil der 19-Jährige nicht vorbestraft ist. Die Verteidigung des jungen Mannes forderte hingegen eine Beurteilung nach Jugendstrafrecht und eine Strafe von höchstens zehn Jahren wegen Totschlags.

19-Jähriger soll Freundin in Lüneburg erstochen haben: Angeklagter zeigt vor Gericht reue

Erstmals im Prozess meldete sich am Donnerstag der Beschuldigte selbst zu Wort. „Es tut mir unendlich leid, was ich getan habe. Ich bereue es jeden Tag“, sagte der Deutsche unter Tränen und wandte sich damit an den Vater und die Schwester des Opfers, die im Gerichtssaal waren. Die beiden klammerten sich aneinander, als die Einzelheiten der brutalen Tat mit einem Küchenmesser noch einmal genannt wurden.

Der Täter hatte zu Prozessbeginn in einer vom Anwalt verlesenen Erklärung eingeräumt, seine Freundin in ihrem Auto auf einem Parkplatz in der Hansestadt erstochen zu haben. Das Paar war mehr als ein Jahr zusammen und hatte sich Tausende Whatsapp-Nachrichten geschickt. Ob Trennungsgründe eine Rolle für die Tat spielten, blieb unklar. Der Vater der Schülerin, die kurz vor dem Abitur stand, hatte seine Tochter nachts gefunden. Er hatte nach ihr gesucht, weil sie von ihrem Job in einem Lokal abends nicht nach Hause gekommen war.

Dem Angeklagten werden in einem psychiatrischen Gutachten eine „narzisstisch-dissoziale Persönlichkeitsakzentuierung“ bescheinigt. Auch heiß es dort, dass er schnell kränkbar sei und er ein gestörtes Selbstwertgefühl habe. Trotzdem geht der Gutachter nicht von einer Tat im Affekt aus. „Ich sehe volle Reifekriterien“, sagte er. Der Antrag des Verteidigers auf Hinzuziehung eines Psychologen wurde nicht angenommen. Mit dem Psychiater wollte der Angeklagte nicht reden, mit einem Psychologen schon.

Das Urteil in der Gerichtsverhandlung wird am kommenden Donnerstag, 9. September 2021, erwartet. Die Kammer muss vor allem entscheiden, ob die Reifekriterien für einen Erwachsenen vorliegen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mit Material der dpa.

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