Neue Spuren sichergestellt

Polizei prüft mögliche neue Spuren zu Göhrdemorden in Lüneburg

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Die Polizei hat das Grundstück des mutmaßlichen Serienmörders im April durchsucht. 

Lüneburg - Die Polizei hat möglicherweise Gegenstände aus dem Besitz der Opfer der Göhrdemorde aus dem ehemaligen Haus eines mutmaßlichen Serienmörders in Lüneburg sichergestellt.

Derzeit werde vom Landeskriminalamt in Hannover geprüft, ob die beiden Gegenstände tatsächlich aus dem Besitz der beiden 1989 getöteten Paare stammen, sagte dazu Sprecher Mathias Fossenberger von der zuständigen Polizeidirektion Lüneburg am Montag. Dabei geht es um ein Fernglas und eine Sofortbildkamera, wie der „Spiegel“ zuvor berichtete.

Die Polizei hatte zuletzt bei einer erneuten Durchsuchung des Grundstücks im April rund 400 Spuren und Gegenstände gesichert. Auch Bagger und spezielle Suchhunde waren dabei eingesetzt worden. „Ungefähr 200 Spuren wurden nach erster Prüfung als untersuchungsrelevant eingestuft und werden nun dem Landeskriminalamt in Hannover zur Untersuchung zugesandt“, so Fossenberger am Montag.

Im vergangenen September wurde auf dem Grundstück am Stadtrand von Lüneburg unter einer Garage die vergrabene Leiche der jahrzehntelang verschwundenen Birgit Meier gefunden. Der frühere Hausbesitzer beging 1993 in Haft Selbstmord. Der Friedhofsgärtner gilt als Verantwortlicher für den Mord an der Frau und den zwei Doppelmorden in der Göhrde von 1989. Zwei DNA-Treffer weisen auf den Mann als Verantwortlichen für die Göhrdemorde hin. In dem Waldgebiet östlich von Lüneburg wurden 1989 zwei Paare ermordet. Seit 1989 wird auch nach dem Fernglas und der Kamera gesucht.

Bereits 1993 hatte die Polizei das Haus durchsucht und war dabei auf Waffen, Fesseln und anderes verdächtiges Material gestoßen. Außerdem hat die Polizei schon seit längerem einen möglichen Mittäter im Visier. Schon im vergangenen Jahr spekulierten Medien, dass ein Bruder des Mannes zur Aufklärung beitragen könnte.

Nach Einschätzung der Polizei könnte der frühere Friedhofsgärtner für rund zwei Dutzend weitere Morde oder gar mehr verantwortlich sein. In Lüneburg wurde eine Clearingstelle eingerichtet, die ein Bewegungsbild des Mannes erstellt, der sich zwischenzeitlich auch in Karlsruhe lebte.

dpa

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